Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 45 (1901)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Prager Notizen zur Biographie Zacharias Frankels
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 2)
- Language
- German
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214 Prager Notizen zur Biographie Zacharias Frankels. Der Name der Mutter wurde damals bei ehelichen Kindern׳ nicht eingetragen. Aus dieser Notiz, die mit der eigenhändigen Unterschrift des Pathen (Sandak oder Sitzer) und des Be- Schneiders versehen ist, ergiebf sich zunächst als zweifellos, dass Zacharias Frankel am 30. S e p t e m b er 1801 ge-׳ boren wurde. Nun zu den anderen Angaben der obigen Matrikeintragung. Er ist geboren in Numero Conscriptionis 156/V, das will sagen im Hause 156 des fünften Prager. Stadtbezirkes, oder wie man es damals nannte, im fünften Prager Haupty i e r t e 1. Eine Bezeichnung die bewies, dass die ״Judenstadt“ vom Prager Magistrate als fünftes Rad am Wagen angesehen wurde und nicht ebenbürtig neben den übrigen vier Vierteln Prags, der Altstadt;, der Neustadt, der Kleinseite und dem Hradschin, dastand. Das Haus 156 der Juden- oder Josephstadt, wie sie jetzt heisst, stellt noch heute unverändert in seiner traurigen Gestalt, wie im Jahre 1801. Und doch war dies damals eine jüdische Aristokratenwohnung. In dem einst Koppel Frankelsehen Hause,״ das noch jetzt an den Fenstern und Thüren, an dem nun verfallenen Ofen und an dem Deckenstuck die Wohlhabenheit der ursprünglichen Besitzer erkennen , lässt, ist jetzt eine Kleinkinderbewahranstalt, also ein Wohlthätigkeitsinstitut untergebracht. Zwar ohne Absicht in Bezug, auf dies ist hiedurch das Frankel’sche Geburtshaus, das in der nächsten Zeit der Demolierung, zuliebe der ״Assa־ hierung“ der Prager Josephstadt verfällt, vor Profanätion durch das in der Prager ehemaligen Judenstadt hausende christliche Proletariat und die dort wohnende Prostitution bewahrt worden., ich sagte, dass diese Gegend der Judenstadc zur Zeit der Geburt Frankels eine aristokratische war, und dem ist auch so. Die Häusergruppe, zu der das in einem Hofraume befindliche, die Nummer 156 tragende Geburtshaus Frankels gehört, wurde wegen ihrer Lage um die ״Altschul״, den jetzigen ״Tempel des Vereins für geregelten Gottesdienst in Prag“ mit den "Worten ״vor der Altschul“ bezeichnet. Diese Häuser gehörten nach der Prager Tradition, die manche historische Merkmale für sich hat, säarait dem altehrwüi'digen Gotteshause den ein gewanderten ״Sephardim“, spanischen