Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 3 · p. Seite 195

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 3
Article
Die Familie Frankel
Date
1901-01-01
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829753-2829757-2883318--30643-2883346
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Familie Frankel. 195 Familie S p i r a1), die vermuthlich von ihrer Heimathsgemeinde Speyer den Namen hat und sogleich durch die Gelehrsamkeit den Gemeinsinn und die Opferfreudigkeit ihrer ersten Mitglieder eine vornehme und einflussreiche Stellung gewann. Schon in den nächsten Jahrzehnten, die mit Recht als die Blüthezeit der Gemeinde gelten2), in denen' der Sagen umsponnene ״hohe R. L ö w“ das Oberrabinat verwaltete und der berühmte Mordechai Meysel seine fürstlichen Reichfhümer mit offenen Händen zur Errichtung von Gotteshäusern und mildthatigen Stiftungen und zur Yefbreitung und Förderung der nationalen Stadien verwendete, lebte hier der ״Gaon“ R. Jechiel Michael Spir a3), aus dessen Geblüt im Laufe der nächsten sechs Geschlechter in directer Abfolge nicht weniger als zwölf R ab bin er und Gelehrte4) und elf Vorstehe r5) hervorgegangen sind, die sich allersammt um die jüdische Gesammtheit, um die Judenschaft Böhmens, um die Prag*er Gemeinde und deren einzelne Institute grosse und zum Theil unvergängliehe Verdienste erworben haben. Bereits der Sohn dieses ״Gaon,“ R. Benjamin W 01 f6) I., der auch als Kenner der Kabbala gerühmt wird, war dreissig Jahre lang Beisitzer des Rabbinats, in welchem damals die glänzendsten Vertreter der halachischen Gelehrsamkeit jener Tage, wie der erwähnte R. Liwa b. Bezalel7), wie ״der eiuzige gute Redner unter den deutsch-polnischen 1j Das älteste Mitglied der Familie, das Hock bekannt geworden ist, Mess David (האלוף התורני המופלא מו״ה) b. (,מדד) Simon, st. 3. De«. 1547. Die Grabschrift rühmt von ihm*. הדפים תפלות ישראל בדקדוק והרבה פדות עשה להשתדלות והצלות ולהציל ממון של ישראל ונפשותיהם. 2) Zun z, Zur Gesch. u. Litt.. S. 269. 3) Vgl. GE. Nr. 13. Dass Joseph (GE. 154 [So lies st. 88 bei Stein״ schnei der)) sein Bruder gewes&n sei, wie Steinschneider Cat. Bodl. p. 2630 annimmt, möchte ich sehr bezweifeln. 4) 1 Sohn (Nr. 1), 2 Enkel (2. 6), 1 Urenkel (20), 3 Ururenkel (17. 19. 26), 4 Urururenkel (15. 16. 38. 54) und 1 Urtirururenkel (Nr. 65 der chronol. Uebersicht S. 206 ff.) 5) 1 Urenkel (Nr. 8), 1 Ururenkel (19), 3 Urururenkel (30. 52. 65), und 6 Ururururenkel (43. 47. 51. 55. 59. 73 der chronol. Uebersiciit). 6) Nr. 1. 7; Der ״fürtrefflichste und gelehrteste Jude im römischen Reich“ heisst er in einer Relation über seine Zusammenkunft mit dem Mathematiker, Astronomen und Geschichtsschreiber Bartolomäus Scultetus (1540—1614) in Görlitz, als er am 5. Adar II 5345 (= 6, März 1585) auf der Reiso zum Antritt seines Rabbinats lä Posen diese Stadt berührte.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.