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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 2 · p. Seite 190

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1901-01-01
Page
Seite 190 (sequence 4)
Language
German
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190 Besprechungen. es nicht mehr in gelegentlichen Zusätzen und Randbemerkungen untergebracht werden kann. Wir beglückwünschen Herrn R., dass es ihm gelungen ist ein Werk zu vollenden, das Zeugnis ablegt von seiner Arbeitsfreudigkeit und ungewöhnlichen Ausdauer, und das im Stande ist, Graetzens Geschichte zu einem wahren Erbtheil der ganzen Gemeinde Jacobs zu machen. Wir bedauern nur, dass die auf dem Titolblatte angekündigten Zusätze Harkavy’s, die von Bd. III ab die Ilebersetzung begleiten, hier nicht enthalten sind. Sie sollten eine Chronik der 4-Länder- Synode von 1615 ab enthalten1)• Hoffentlich erscheinen sie noch später. Dr. Samuel Poznaiiski. Kosin, Dr. H. Beiträge zur Lehre von der Parentelenordnung und Yerwandtschaftsberechaung, nach deutschem, österreichischem, jüdisehem und canonischem Eechte [Sonder-Abdruck aus der von Prof. Grünhut lierausgegebenen ״Zeitschrift für das Privat- und öffentliehe Recht״ Bd. XXVIII] 61 SS., 8. ״National“ lautet das Schlagwort in unserer Zeit. Nationales Recht, nationale Religion möchte man schaffen. Von den Carricaturen, die hierdurch hervorgerufen werden — dem arischen Christus z. B. — wollen wir hierauf den, ernster Wissenschaft gewidmeten Blättern nicht sprechen. Aber ein Bedeutsames will es uns scheinen, wenn nationaler Gestaltung nationaler Ideen von fremd her Gegenbilder zur Seite gestellt werden, die ihnen zum Verwechseln ähnlich — Zwillingsbrüder sind, Erzeugnisse gleicher Anschauung, gleicher Denkweise. Dadurch wird bekundet, wie das, was man als unvereinbar in seiner Gegensätzlichkeit ausschreit, im Grund und Ursprung gleich, in der Entwickelung und Entfaltung wesensähnlich war und bleibt. Es sei ausdrücklich betont: Nicht um Herübernahme und Aneignung des Prem den, des Jüdischen handelt es sich — sondern um Gleichartiges, das hei Deutschen, wie hei Juden sich findet. Die Verwandtenerbfolge im bürgerlichen Gesetzbuche belebt wieder die deutschnationale Parentelenordnung. Diese aber ist in ihren Grundzügen und, wie These I der vorliegenden Schrift betont, ״in ihrer mehr linealen Form zugleich das nationale Erbsystem der Juden und des Talmud gewesen“. Die Hauptgrundzüge dieses Lineal-Gradualsystems, wie es sich in der Mischna, im Talmud und hei den Decisoren gestaltet hat, fasst unsere Schrift (S. 6 ff) folgendermaassen zusammen: ״a) Die Erbfolge gliedert sich nach Parenteien. Stammvater der ״ersten ist der Erblasser selbst, sie umfasst seine Descendenz. Stamm- ״vater der zweiten ist der Vater des Erblassers. Die Mutter des Erb- ״lassers erbt nicht und ebenso begründet Verwandtschaft bloss durch ״die Mutter kein Erbrecht. Stammvater der dritten Parentel ist der ״Grossvater des Erblassers u. s. w. Immer die nähere Parentel schliesst über welche gedruckte oder handschriftliche Urtheile des Yerfassers nicht Vorlagen.“ x) Die Chronik bis 1615 ist als Beilage zu Bd. YII u. d. T. חדשים גם ישנים II, 3 (d. h. Serie II, nr. 3) erschienen. Die früheren Beilagen Harkavy’s enthalten: zu Bd. III eine Abhandlung לקורות הכתות בישראל, die eine Inhaltsangabe von Qirqisänis Schrift über die jüdischen Secten enthält (das arab. Original erschien dann von Harkavy, Petersbürg 1894); zu Bd. IV u. V Berichtigungen und Zusätze u. d. T. חדשים גם ישנים nr. 7 resp. 10; zu Bd. VI unter demselben Titel (II, 2) eine neue Ausgabe von der Chronik des Abraham b. Salomo aus Torratiel in Spanien (die erste Ausgabe erschien in Neubauers Mediaeval Jewish Chronicles I, 101—114),

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