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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1901-01-01 · Heft 2 · p. Seite 188

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
45 (1901)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1901-01-01
Page
Seite 188 (sequence 2)
Language
German
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188 Besprechungen. einer anderen Sprache übertragen ist. Hin und wider begegnet man allerdings auch hier manchen Härten und Germanismen, so z. B. p. 7 נצרות נסתרת für ,,Sclieinchristentuni“; p. 162 שווי ד.נשםדת für ״Seelenharmonie“; p. 272 wird der Inhalt der Schrift Mussafia’s מי הים, die über Ebbe und Flut handelt, mit den Worten על רבות וחסרון מי הים wiedergegeben, anstatt wie es auf dem Titelblatte richtiger heisf't על עלות ורדת מי הים; p. 469 wird gesagt von Eibeschütz: במיץ לא היה לפני רבי C?) ט יהונתן שדה לגבורי ותלמידיו. s. w. Dann findet man auch manchmal Missverständnisse, so z, ß. p. 7, wo es heis3t, David ibn Atar Milo habe seine^ Psalmenübersetzung gewidmet: למגנו ומושיעו לברוך ה׳ ולבל קהלות הקדש ר!הי־ות ישראל ויהודה וכי, während es im Original richtig heisst: ״dem gebenedeiten Gott und der heiligen Genossenschaft Israel’s und Jehuda’s“ u. s. w. (also: לה׳ המבורך ובו׳). Es sind das aber alles Kleinigkeiten, die den Wert der Uebersetzang herabzumindern nicht im Stande sind. B. ist aber nicht einfacher Uebersetzer, sondern er hat es sich von Anfang an vorgenommen, auch manche Lücke des Originals auszulüllen und manche Einseitigkeit richtig zu stellen, und diese Seite seiner Thätigkeit kommt besonders dem vorliegenden Bande zu Gute. Bekanntlieh bildet die Geschichte der Juden in Polen eine der schwächsten Partieen bei Graetz, und dieser Mangel macht sich besonders in dem hier behandelten Zeitraum bemerkbar, weil in ihm die polnischen Juden im Vordergründe des Interesses stehen, einmal wegen ihrer dominirenden Stellung im Talmudstudium und wegen der ihnen zum Teil gewordenen inneren Organisation (ועד דה״ ארצות), dann wegen der vielen und schrecklichen Leiden, die sie damals erlitten (der Aufstand Chmielnickrs, der schwedische Krieg, die Heidamakenbewegung), endlich durch die ׳ןseudomessianischen Schwärmereien und Betrügereien, die hier einen günstigen Nährboden gefunden haben. B. hat nun dem III. Cap. des 01*iginals, das von Chmielnicki handelt1) die Vorgeschichte des Aufstandes (1588—1648) vorangeschickt (p. 91—106) und ausserdem das ganze Capital wesentlich umgearbeitet. Es wird hier auf die Hauptursache der Verschlechterung der Lage der Juden in Polen im XVII. Jahrh.!angewiesen, nämlich auf den Niedergang der protestantischen Bewegung, die Unterdrückung der Beligionsfreiheit und die Ueberhandnahme der Macht der Jesuiten. Dann hat er ein ganzes XII. Cap. 0־. d. T. צפון וקדם (p. 407—554) hinzugefügt2), in dem wiederum die Geschichte der Juden in Polen in den Jahren 1655—1750 behandelt wird. In diesem Zeitraum erfolgt die erste Berührung der Juden mit dem Zarenreiche, und die Ausführungen B.’s über die Gesetzgebung dieses Beiches inbetreff der Juden, die zum TheiL noch heute massgebend ist, sind sehr beachtenswerth, R. folgt hier zum Teil zahlreichen Fachstudien, die in letzter Zeit in hebräischer und russischer Sprache erschienen sind, zum Teil seinen eigenen Untersuchungen. Endlich hat er den sieben Noten des Originals noch eine achte beigegeben, in der über die Art und Weise des Halachastudiums in Polen und Litthauen im XVII. Jahrh. gehandelt wird (p. 637—644). Aber auch sonst ergänzt und berichtigt B. das Original, sei es, *) B. hat hier wiederum unnötigerweise das IV. Cap. des Originals, das über die Ansiedelung der Juden in England handelt, dem III. vorangestellt. 2J Dieses Capitel hat B. in die Mitte des c. XL des Originals (3. Aufl., p. 346) eingeschoben. Dadurch wurde dieses XI. Cap. in 8 zerlegt, so dass die Uebersetzung XIII Cap. hat gegen XI des Originals.

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