Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 572 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 572 Principicll aber muss man sich nach der Lectüre des Buches fragen, worauf denn eigentlich die hohe Achtung, die der Verf. vor den hebräischen Kenntnissen P.’s äussert, und die Werthschätzung seiner Leistungen begründet ist. In der Grammatik lassen sich doch in der That nur Eigenthiimlichkeiten oder Fehler finden, und wenn falsche Punctation als Fehler zu bezeichnen sind, dann konnten alle Worte abgeschrieben werden. 'Bei diesem Urtheile eines Sachkenners wie Ludw. Geiger (Göttg. gel. Anzeig. 1878, p. 265), hätte sich der Verf. beruhigen und nicht unnöthig dagegen zu poleinisiren versuchen sollen. Die beigegebenen Proben (S. 95ff.) verrathen auch nicht gerade die grossen Erfolge P.’s bei seinen Studien des rabbinischen Schriftthums. Der Verf. hat wiederholt Fehler in der Ucbers. angedeutet, ich will hier nur einige von ihm übersehene grobe Schnitzer in der Uebstzg. von Maimunis 1ה׳תפלה) nachtragen. In § 1 bedeuten die Worte im Text ואע״פ שאין שם אחד מכל אלו ,.obwohl an jenem Orte keine der vorhergen. Bedingungen zutrifft“ (darf man mit den Teph. versehen an der Synagoge vorübergehen, ohne in falschen Verdacht zu kommen), nicht aber ״So aber dises ding keins au im wäre“ (S. 98). § 2 בינו לבין עצמו הרשות בידו aber zwischen der gmein und im selbst ist fryheit in silier hand soll heissen: ״Wer für sich allein (privatim, nicht in der Gemeinde) betet, kann sein Gebet beliebig lange ausdehnen. § 5 אפי' להויע heisst ״sei es auch nur um zu schwitzen“ (was nur kurze Zeit in Anspruch nimmt): ״ לא יספר אפי/ תספורת הדיוטauch so der scdilirer ein schlechter sey“ statt er lasse sich nicht einmal in einfacher, bürgerlicher Weise das Haar schneiden, im Gegensatz zum kunstvollen Haarschnitt am Hohenpriester, der ausserordentlich schwierig war und sehr viel Zeit in An- Spruch nahm, was P. der Gemara Schabbat 9 b (zu der von ihm übersetzten Mischna) sehr wohl hätte entnehmen können; § 6 'לבני ישר ist bereits die Antwort und das Fragezeichen in der Uebersetzung (S. 100) verrät auch hier eine falsche Deutung. Im ganzen ging־ es Pell, wohl so wie seinem neuesten Bearbeiter: viel Streben, guter Wille, aber wenig Erfolg. Wir treten ihm wohl nicht zu nahe, ivenn wir' sein hebräisches Wissen etwa mit dem eines Professors in unseren Tagen gleich schätzen. In einem Punkte freilich unterscheidet er sich von den zünftigen Gelehrten unserer Tage sehr zum Vortheil, nämlich darin, dass er die Kenntniss der rabbinischen Litteratur als für sein Fach dringend nothwendig erachtete und sich darin von allen denen, bei denen er einiges Wissen auf diesem Gebiete venmithen konnte, mit grösstem Eifer Auskunft und Unterricht erbat. J. E 1 b 0 g e n. 1) Natürlich sind diese ־mit der Schrift De orationis modo identisch (S. 91 Anm. 21), während ״de benedictionibus liber“ (S. 95 Amn. 38) ה׳ ברכות bedeutet. Unberechtigter Nachdruck aus dein Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. Für die Rodaction v er an tw örtlich: Dr. M. Braun, Breslau. H. Fleiachmana, Breslau, Ohlauerstr. 8.