Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 571 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. 571 Siiberstein, Emil, Conrad Pelliearrns, ein Beitrag zur Geschichte des Studiums der hcbr. Sprache in der I. Hälfte des XVI. Jahrhunderts. Berlin, Mayer u. Müller, 1900, VIII u. 104 S. 8°. Der Verl beabsichtigt, ein anschauliches Bild von den linguistischen Studien und Arbeiten P’s zu entwerfen, soweit sic; geeignet sind, einen Beitrag zu liefern zur. Gesell, des Studiums der hebr. Sprache in der I. Hälfte des XVI. Jhdts. (S. VIII). Zu diesem Zwecke werden nacheinander die Schriften des genannten Theologen zur hebr. Grammatik und zur Bibelexegese besprochen (S. 33—59 u. 60—89), und ein be: sonderer Abschnitt behandelt die Beschäftigung Pellieans mit der rahbinischen Litteratur unter Mitthcüung einiger Proben aus seinen Werken (S. 90 ff). Vorausgeschickt wird der Abhandlung eine biographische Skizze (S. 1—32), die nach dem Geständniss des Verl ״auf Ausführlichkeit uiid Vollständigkeit keineswegs Anspruch erhebt“ (VIII). Allein auch die,anderen Theile der vorliegenden Arbeit lassen an Sorgfalt und Gründlichkeit viel zu wünschen übrig. Bei der Besprechung der Grammatik sind nicht einmal diejenigen Schriften hebräischer Grammatiker, die Pell, nach den xVusführungcn des Verl studiert hatte, wie z. B. Mose Kiinchi’s Mahalach (vgl. S. 9), zur Vergleichung herangezogen worden; dadurch hätte für die Herstellung eines richtigen Textes und für die Kritik der Leistungen P’s viel gewonnen werden können. Der Abschnitt über die Bibelexegese gehört, genau genommen, nicht hierher, da P. nach des Verf. Ausführungen sich die Aufgabe gesetzt hatte, ״alles, was das christliche Leben stärken und entwickeln kann“, sowie das Theologische und Dogmatische hervorzuhobeu (S. 64), während grammatische und etymologische Erklärungen fast völlig fehlen (S. 66). P. zeigt sich also in der Exegese als Theologe, nicht als Sprachforscher. Zum Capitel ״P. als Kenner desrabb. Schriftthums“, der Sorgfalt und Sachkenntnis am meisten vermissen lässt, ist dem Verf., die ganz •unverdiente Ehre zutheil geworden, von keinem Geringeren als Prof. Steinschneider herichtigt zu werden, und es braucht darum hier nur auf den ebenso reichhaltigen wie erschöpfenden Artikel Pellicanus des. Altmeisters verwiesen zu werden (ZfHB IV 50—56) 1). — Abgesehen von diesen allgemeinen Ausstellungen leidet die Abhandlung auch im Einzelnen an grossen Mängeln, die z. T. schon anderweitig hervorgehoben sind2), und die ich darum hier nicht wiederholen will. An Druckfehlern leistet der Verf. alles nur Erreichbare. Ein Dagesch scheint er prineipiell nicht zü setzen, auf S. 49, 50 אשא, im Hithpael S. 53, שניו S. 57, nach dem Art. Amn. 59 und an vielen anderen Stellen fehlt es, oft selbst da, wo der Verf. seinen Autor berichtigt. Von anderen Druckfehlern seien nur die sehr bedauerlichen wie ה״י S. 49, יציואה S. 95 Anm. 47, כיוצי בך S. 96, Anm. 52. יףי£ V שמנה Anm. 59, י.יךא V. 70 aufgezählt. ג) Uebrigens muss der Verf. gegen einen nicht zutreffenden Vorwurf St.’s. in Schutz genommen werden; Mich. Adam wird von ihm als Lehrer des Pell, auf S. 29 erwähnt. 2) ■VgL die sehr eingehende Besprechung von Borges das. S. 112ff.