Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 570 (sequence 10)
- Language
- German
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570 Besprechungen. sehr unsicher: 8. Löw II 220. Ebenso (Aufseher), wobei wir glauben sollen, dass dasselbe Wort (סנטר) bald■ für Senat or bald für das sprachlich kaum mögliche oüvrrjpTjS gebraucht sein soll. § 362 No. 19: פונדקית, Fein, zu 'פונדקי (ttc<v§o־ko<; Gastwirth), hat neben der Bedeutung ״Wirthin“ nicht die von ״Buhlerin“, sondern ,.Kupplerin“ (griech. Formen 7rdvooy.£La lind rcavöov.£0Tpt.a); die Wirthshäuser (7tav&07.s׳:a פונדקאות) waren gewöhnlich zugleich Bordelle. § 371: Die Ueberscliriffc ״Niohtattische Elemente der palästinensischen hcivt!“ ist nicht zutreffend, richtiger wäre die Bezeichnung ״nichtgriechiseh“, denn es handelt sich um Wörter, die aus orientalischen Sprachen und aus dem Lateinischen in das hellenistische Griechisch gelangt sind. ööpaoXn; und y-oXomaiov (v.oAoy.aa׳v.)’ sind nicht ״aloxandrinisch“, eine besondere alexandrinischo Sprache giebt es nicht. קונדום-“ v.owapoc ״alexajidrinisch“ fällt fort, im Wb. wird קינרס (so!) richtig mit *6vapo<; xovdpa (Artischocke) identificiert: ygl. Löw z. d. W. § 390 ist zu streichen, in den jüdischen Lehnwörtern aus dem Griechischen dürfen weder Archaismen noch Aeolismen gesehen werden״ denn die Lehnwörter sind aus der Umgangssprache übernommen, nicht von Gelehrten hervorgezogen, die mit der klassischen Littoratur und den Dialekten der Griechen vertraut waren. י סדינארוס oüsvapöc kann ich in! Wb. nicht linden, o&svapoc ist zwar ein poetisches Wort (die yoivr! ist reich an poet. Wörtern), aber kein Archaismus. ya|1a£ ist im hellenistischen Griechisch ein ganz gewöhnliches Wort. Gegen חומטון ~ ap.aho<; s. Fraenkel S. 296 (das Wort ist• in das Wb. nicht aufgenoimnen). -[ko. (für 7ך) ist kein Archaismus, die Form kommt mit andern ähnlichen auch in Inschriften aus Kleinasisn vor. Gegen י=-= ורד ßßooov (äol. für poöov) s. Löw im Wb. Der Spirant in אויר a׳r,p) hat mit dem aeolischen aÖY(p niciits zu thun, die Einschiebung des ו ist, wie Kr. selbst S. 256 .,richtig bemerkt, ein phonetischer Vorgang zur Vermeidung des Hiatus (wie in טווס — xad>s), wie er auch im Armenischen (ayer 0׳.*ftp) und im Neugriechischen (d^spag — avjp) beobachtet ist. דייטי (vielleicht nur falsche Lesart für די־יטא ~ Shxtxa) darf nicht als Dorismus angesehen werden. Den Schluss des ersten Bandes bilden Noten und Excurse, in denen bibliographische Nachweisungen gegeben werden und eine Reihe von Erklärungen ausführlicher begründet und differierenden Ansichten gegenüber gerechtfertigt wird.־ In einer Note verteidigt Kr: die Ableitung des viel behandelten מטטרון von metator und p.f)Tatü>p׳ov, eine Erklärung aber, wie dann das Wort au der Bedeutung jenes übersinnlichen Wesens in der Kabbala gelangt ist, vermag auch er nicht zu geben. Beiläufig erwähne ich, dass auch bei dem Worte אפיקומן die gewöhnliche Erklärung (e7cHC(up.ov Nachtisch) geboten wird: aus dem Griechischen lässt sich aber diese Bedeutung von ereixeupov schlechterdings nicht belegen. Richtiger״ scheint auch mir (wie Löw) die nach dem Jeruschalmi gegebene Erklärung, die אפיקומן von der griechischen Sitte, nach einem Gastmahl mit Musik herumzuziehen (hziyu!>/1.«Cs׳v), verstanden wissen will. Die Ausstattung des Werkes ist vorzüglich, der Druck hätte eorrecter som können. 'Breslau. Leopold Cohn.