Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zwei auf Judentaufen bezügliche Medaillen
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 540 (sequence 2)
- Language
- German
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540 Zwei auf Judentaufen bezügliche Medaillen. Heber die Persönlichkeit des Michael von Prag und den Yorgang hei seiner Taufe sind wir durch Würfel einigermaassen unterrichtet1). Sein Bericht (a. a. 0. S. 112) lautet: ״Ao. 1659. P. Thomse den 21sten Decembris erhielt ein Jnd ans Posen in Gross-Pohlen, Namens Michael yon Prag in seinem 23sten Jahr, die Taufe. Herr M. Albrecht Volkert, Schaffer hey St. Lanrensen, verrichtete in dasiger Pfarr-Kyrche den Tauf-Actum. Herr Prediger Wülfer hielte die Früh-Predigt und stellete ans dem Evangelio vor, Thoniam den Verkehrten und doch wieder Bekehrten. Durch ein Schreiben wurden als Tauf-Pathen er״ betten, Herr Graf Johann Septimus Jörger, und Herr Graf Friederich Otto von Heberstain. Als gegenwärtige Pathen stunden: Herr Burkhard Löffelholz, Herr Christoph Dörrer, Duumviri, Herr Leonhard Grundherr Trinmvir und Ephorus; Herr Jobst Christoph Kress Septemvir und Scholarcha, welcher auch als Legatus Eines E. E. B. Cammerers und Bath zu Begenspurg Stelle vertretten; Herr Johann Michael Dillherr, Prediger bey St. Seb. Herr Christoph Peiler und Herr Jacob Grassel, Markts-Vorgehere. Herr Georg Füssel und Herr Georg Vierer, Banquiers. Herr Andreas Lemp. Herr Michael Edel, Handels־־ leute. Und in dem Namen des Begenspnrgischen Ministern Herr Martin Bär, Prediger zum heiligen Geist im Neuem Spital. Der Prosetyt erhielte den Namen Burkhard Christoph Leonliard. Weil er eine schöne Wissenschaft in Ebraicis hatte, so wurde er nach Altdorf geschickt, daselbst ferner den Studiis obzuliegen. Doch sein Fleiss erkaltete bald. Schon 1660 m. Octobris ist Er auf Anleitung der Jesuiten nach Amberg ge״ lauffen, und hat daselbst apostasiret. Letztlich ist der Betrüger ad Judaismum wieder übergetreten“. Aehnliche Fälle der Bückfälligkeit jüdischer Täuflinge er״ eigneten sich ziemlich oft2) und gaben Veranlassung zur Prägung einer hier beschriebenen silbernen Spottmedaille: Schauseite: Ein Pastor im Ornat, in der linken Hand das aufgeschlagene Evangelium haltend, giesst mit der Bechten aus einer Schale das Taufwasser auf das Haupt eines vor ihm, am Ufer eines Gewässers knieenden Juden im Arme-Sünder- Sit Nomen■ Domini Benedictum. (Schlick eysen, Erklärung der Abkürzungen auf Münzen ... II. Aufl., Berlin 1882, S. 326). 0 Es scheint auch eine besondere Schrift über diese Begebenheit herausgegeben worden zu sein, da Barbeck (Gesch. d. Juden in Nürnberg 11. Fürth. Nürnberg 1878, S. 39) der sie kurz erwähnt, schreibt: ״Näheres ist im Druck erschienen״. s) Schudt, Jüd. Merkwürdigkeiten. II. 6. B. 29. C. 11. IV. 6.-B.29.C. u. Sainter, Reuige Apostaten in Brann’s Jahrbuch, 42. Jahrgang, 1895, S. 17—32.