Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 432 (sequence 3)
- Language
- German
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432 Besprechungen. steinen und Perlen eine magische Wirkung zuschrieb, ist bekannt, vgl. /;. B. Baba bathra 16b: auch ־ ישכילweist auf חן als die richtige LA. hin. — 105) בקציר) sehr richtig: der .Sinn wie in 6g; בקר zu lesen, wäre sinnlos. — 2116) נוח) bedeutet nicht immer ״zur ltuhe kommen״; und selbst in diesem Falle ־wäre der Sinn des Spruches: erst im Grabe bildet er Ruhe; das einmal vorkommende ינוח ist zu unsicher — Chajes selbst lässt es ja nicht gelten —, als dass es zu Textänderungen eine Grundläge ah geben könnte. — Wenn 2012 עין רמה zu lesen und zu erklären wäre : ״Den Hochmüthigen und den Demüthigen hat Gott geschaffen“, dann wäre die Antithese innerhalb des Begriffes עין zu erwarten. — בקרב חיים (15 31 f. □חכמי) ist geschmacklos. Der Vorschlag Hitzigs, תוכחה חכם im Vordersätze zu lesen, ist nicht von der Hand zu weisen. Der Sinn wäre: Wer die Zurechtweisung der Weisen beachtet, wird einst selbst zu den Weisen gehören. — 9ן 18) נפשע für נפשע), ohne adverbiale Be- Stimmung, ist in der Bedeutung ״zurückweichcn“ nicht nachweisbar: die Erklärung ist überdies sehr gewunden. — Die Aehnlichkeil der Konstruktion in 2120 u. 14 t beweist, dass in beiden Versen der Text in der vorlicgeiideiiFassung richtig ist. — In 16 6 ■enthält die zweite Vershäll'te eine Steigerung: Gottesfurcht bewirkt, dass man das Böse überhaupt vermeidet und keiner .Sühne bedarf: מרע ist übrigens als abstraktes Substantiv nicht haltbar. — Für עצה (23 14) עצב zu lesen, heisst den Sinn verflachen: 2 K 1820 bat עצה überdies andere Bedeutung und steht neben גבורה. — In 1225 liest der Verf. דאגה בלב איש חנה ודבר טוב ישמחנן: sehr geistreich, es ist aber keine tiefe Einsicht dazu nöthig, um die Haltlosigkeit dieser LA. zu erkennen. Das 1na.se. Verbalsufiix in der zweiten Vershälfte ist wohl ein Druckfehler, da nach der Erklärung des Verf. ״verscheucht ihn“ דאגה das Object ist: da es aber dem Verf. nicht fremdartig erscheint, ישמחנה mit ד^גה zu verbinden, so weiss man nicht, warum er nicht mit den alten Erklärern דאגה auch als Objekt zu ישהנה nimmt. — Dass זד und 21) זדוןa4) eine Antithese bilden sollen, ist nicht einleuchtend. — 22$) ושפך עברתו für ושבט) »wer seinem Grimme freien Lauf lässt“: diese Bedeutung des Uehermasses hat שפך alleinstehend nirgends, obwohl es sehr häufig neben חמה steht; Hos. 510 kann nicht als Beweis dienen, da dort כמים hinzugefügt ist. — In 169 ist die Correctur 111וnöthig und nutzlos, da שפל in Verbindung mit ענוי רוח nur demüthig bedeuten würde. — Zu 19! ist 286 zu vergleichen. — In 2015 ישר für יש zu lesen, ist nicht einleuchtend; vielleicht ובל״יקר als Steigerung.— Zn 12רקים) ״) vgl. 2819. — In 18!7 ist ורחקו jedenfalls weniger haltbar als וחקרו. — Es ist zwar erfreulich, dass die jüdischen Theologen der Bibelkritik mehr Aufmerksamkeit zuwenden, als dies bis jetzt der Fall war. Bedauerlich aber ist zugleich die Wahrnehmung, dass die heilige Schrift dazu herhalton muss, um die Oeffentlichkeit mit mehr oder minder geistreichen Einfällen zu beglücken. Dr. J. Krengel. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. Für die Redaction verantwortlich: Dr. M. Braun, Breslau.