Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 431 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 431 schlag gebend; das Bestreben, die Sprüche nach Stichwörtern zu ordnen, tritt auch sonst in c-. 16 zum Vorschein (vgl. 1—7, 9, 11: 10, 12—15). Ein weiteres Moment, woraut‘ der Verf. seine Hypothese gründet, ist der bessere Zusammenhang, der durch das Ordnen der Sprüche in alphabetisehen Spruchreihen erhalten wird, während in der jetzigen Gruppirung die Sprüche weder inhaltlich noch formell mit einander Zusammenhängen. Einige Ausnahmen lässt aber der Verf. gelten, und diese genügen, um die Nichtigkeit seiner Hypothese zu beweisen; viele Sprüche aus c. 10 und die bereits genannten aus c. 16 stehen besser in ihrer jetzigen Umgebung als an dem Platze, den ihnen der Verf. anweist oder anweisen kann. Eine Folge der vorgeschlagenen Gruppirung ist auch die Erscheinung, dass vielfach Sprüche mit gleichem Gedanken aber verschiedenen Ausdrücken oder solche, in denen eine Vershälfte den gleichen Wortlaut aufweist, neben einander stehen. Dem Verf. gilt dies als eine Bekräftigung seiner Hypothese; in Wahrheit aber enthält diese Thatsache eine Widerlogung derselben. Denn es ist nicht anzunehmen, dass ein Autor in einem Athen»zuge sich in so auffälliger Weise wiederholen würde. Die Thatsache, dass derartige Wiederholungen überhaupt Vorkommen, hat vielmehr mehreren Kritikern zu der Annahme Anlass geboten, dass die Sammlung 10—22 16 das Werk mehrerer Autoren sei. Auch das Vorhandensein von nur einem Spruche für D spricht gegen die Hypothese des Verfassers. Durch die Annahme, dass aus den anderen Thcilcn der Proverbia Verse herüberzunehmen seien (p. VI), kann dieser Umstand schon deshalb nicht erklärt werden, weil sich in dein ganzen Buche kein Vers mit D als Anfangsbuchstaben findet (48 kommt nicht in Betracht). Der Erörterung bedarf schliesslich die Frage, wie, warum und wann die Gruppirung im Sinne des Verf. in die Brüche ging. Jeder Versuch, diese Frage zu beantworten, wäre fruchtlos. Versetzungen sind zwar im allgemeinen nicht selten und lassen sich auch in unserer Spruch Sammlung nachweisen, unmöglich aber ist es, dass aus einem so wohlgeordneten Ganzen, wie der Verf. es vorschlägt, das bunte Durcheinander der jetzigen Gruppirung entstanden sein soll. Man müsste denn ein willkürliches Durcheinanderwerfen annehmen; in diesem Falle würde man es allerdings verstehen, wenn der Verf. die Erscheinung, dass 1413=1625 ist, durch die sonderbare Annahme erklärt, dass der vom Copisten zweimal geschriebene Vers von einem späteren Compilator in zwei Sammlungen gebracht wurde (S. 23, Anm.). Wenn ihm dies nur jemand glauben wollte! Mit derHypothese entfallen natürlich diejenigeiiTextverbesserungen, die auf der Annahme beruhen, dass der Wortlaut eines Verses den des Nachbarverses beeinflusst habe. Diese Annahme brachte den Verf. auf den Gedanken, in zwei aufeinander folgenden Versen eine Umstellung der Halbverse vorzunehnieu, um so einen besseren Parallelismus herzustollen. In einigen Fällen ist es ihm auch gelungen, zufällig wohl, wie denn ein gleiches Verfahren auch bei der jetzigen Gruppirung nicht ganz erfolglos sein würde. Verfehlt ist es jedoch 10 29a u. 29 t von einander zu trennen : מעת u. מחתה bilden die beste und natürlichste Antithese. Die Schwierigkeit der Erkiärung, wenn דרך mit ה׳ verbunden wird, ist nicht grösser als in 2115; ,דרך ה hat überdies zwei Bedeutungen, vgl. Ps. 183!, Ez. 18 25, vgl. auch Ps. 25l0. Ebenso passen in 1617 die Vershälften sehr gut zu einander. Zu 162 (*pin Bezug auf den Lebenswandel des Menschen) vgl. Ps. 119 9. Von den übrigen Conjecturen sind einige nicht mehr neu, viele unnöthig, die meisten nicht annehmbar. Folgende mögen hier besprochen werden. 8 17) אבן חן) ist sachlich besser als א׳ בחן: dass man gewissen Edel-