Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die rituellen Reinheitsgesetze in der Bibel und im Talmud
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 400 (sequence 16)
- Language
- German
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400 Miscellen über Saadja. Selbstbeherrschung, Enthaltsamkeit und Massigkeit erziehen; mit anderen Worten, sie will den Menschen dazu anleiten, seine menschliche Natur über die thieriselie triumphiren zu lassen, und ihn so für die ethischen Principien des Lehens empfänglicher machen1). Es kann endlich zugegeben werden, dass im Alterthum in den Vorstellungen des Menschen noch gewisse andere psychologische Motive vorhanden waren, welche in seinem Geiste die Enthaltung von dieser oder jener Speise mit dem Begriffe der Heiligkeit in Zusammenhang brachten, Motive, deren Sinn uns nicht mehr verständlich ist. Jedenfalls verdanken die Gesetze über reine Speise ursprünglich ihre Entstehung sanitären Motiven, welche später, sich symbolisirend, in die Idee der Heiligkeit sich kleideten, was ihre Bedeutung in den Augen des Volkes nur noch erhöhte und ihnen noch grössere verbindliche Kraft verlieh. Miscellen über Saadja. Y011 Dp. Samuel Poznahski. IIP). Die Berechnung־ des Erlösung'sjahres bei Saadja. Die apokalyptischen Eäthsel des Buches Daniel waren von jeher ein Anziehungspunkt für Exegeten und Theologen, die bemüht■ waren das Dunkel zu lüften und die verhüllte Zukunft zu entschleiern. Und auch jetzt, nachdem der historische Hintergrund dieses biblischen Buches längst als allgemein erkannt gilt, finden sich noch Viele, besonders unter den Christ״ liehen Cbiliasten, die aus verschiedenen Versen in Daniel einen Termin für den Tag des jüngsten Gerichts und das Aiibrechen des Gottesreichs auf Erden festzustellen suchen. Es ist nun nicht' zu verwundern, dass auch die Juden im T In diesem Sinne wahrscheinlich ist der Ausspruch des (R. Pinchas b. Jair zu verstehen: ״Rituelle Reinheit führt zu Enthaltsamkeit und Enthaltsamkeit führt zu Heiligkeit“,טהרה מביאה לידי פרישות ופרישות מביאה לידי קדושה Mischna Sota X, 15. — ד S. ob. Jahrg. 39, 441—446; 41, 203-212.