Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 7 · p. Seite 384

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1900-01-01
Page
Seite 384 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829741-2829749-2882865--30178-2882920
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

384 Besprechungen. wähnten Seder Eiiah 11 ist; aber ebenso zweifellos sei es, das der Verfasser des T. d. E. in sein Werk eineu grossen Teil des alten und Ursprungliehen S.E. aufgenommen hat, aus welchem er auch die Eintheilung in einen Seder rabba und einen Seder sutta־ beibehielt. Nach Friedmann sind ״alle gegen das Älter und die Identität des תנא mit *סלו angeführten Momente äusserliche und nur scheinbar richtige. Es ist aus dein innerliehen Wesen dieses Werkes nachweisbar, dass es der Zeit R. Änän’s angehört, nur ist es ebenso Verstümmelungen undllmbildungen unterworfen gewesen, wie alle anderen Werke jener Zeit, vgl. פסיקתא ,תנחומא und אבות דר, נתן. Die letzte Redaction datirt-allerdings aus dein Jahre 968 oder i/84“ (S. IN). Sollen alle Merkmale der geonäischen Epoche, alle Eigen- ■ thümlichkeiten des Stils, die eine spätere Zeit verrathen, alle polemischen Stellen gegen die Karäer, wie S. 701 72 f. 1711 (vgl. Bacher in Mschr. 1874, S. '2641., und Oppenheim in בית תלמוד I, S. 305ff), u.'s. w. zu den ״Umbildungen“ des Werkes gehören? Die Behandlung dieser Frage über das Alter des Seder Eliahu, der Nachweis und die Zusammenstellung der Bestandtheilc, die uns aus dem ursprünglichen Werke noch erhalten sind, wird gewiss den wichtigsten und interessantesten 1 Theil der hebt. Einleitung bilden. — S. V. 1 berichtet der Herausg. über die ed. pr. (Ven. 1598), die nach einer Hs. vom J. 1186 veranstaltet wurde, die also um 113 Jahre jünger war als die vatic. Hs., die der neuen Friedmannsrhen Ausg. zu Grunde liegt. Der Corrector der ed. Ven. bezeugt, dass sein Manuscript sehr defeefc und corrupt gewesen ist, das er aber unverändert wiedergab; das Buch war nach Fr’s. Urtheil ״thatsächlich unbrauchbar“, das sich aber für die neue Ausgabe als werthvoller Behelf einstellte, wo die vatic. Hs. ihre Fehler und Mängel hat \S. X), wie auch Fr. sehr oft den Text nach der Ven. Ausg.— und ebenso nach dem Jalkut — emendirfc, vgl. S.'4, 7, 11, 14, 19, 25, 30, 31, 32, 33, 34, 37, 45, 46, 50, 54, 57, 59, 60, 63, 65, 70, 74, 86, 106, 110, 120, 123, 126, 141, 146, 157, 169, 177, 190. — Es sei hier auf eine Eigenthümlichkeit der Bearbeitung hingewiesen, (die sich auch in den Editionen des Sifre, der Mechilta und Pesikta rabbati zeigt), die auffällig und irreführend ist. Während der Herausg. Emendationen des Textes auch nach Parallel stell en in andern Werken, Mechilta, Sifra, Talmud, Beresch.it rabba, Vajikra rabba, Abot de R. Nathan vornimmt (vgl. S. 7, 34,35, 90), von Conjecturen den weitesten Gebrauch macht (vgl. S. 11, 12, 19, 20,. 23, 26, 32, 40, 55, 75, 81, 83, 87,90, 91, 93, 95, 101, 102, 136, 142, 152, 185), giebt er alle fehlerhaft citirten Schriftvcrsc mit ängstlicher Treue nach der vatic. Hs. wieder und notirt überall in den Anmerkungen mit der Angabe במקרא כתוב, wie die Stelle in unserem masoretischen Texte lautet. Solche Flüchtigkeiten kommen doch in Hss. recht häufig vor und sind leicht dadurch zu erklären, dass man aus dem Gedächtnisse citirte. Unsere hl. Schriften haben ja gewiss dieselbe Autorität wie Jalkut und die ed. pr. des Seder Eliahu oder wie die Paralistellen in dem andern Midraschim u. s. w., um nach ihnen ein fehlerhaftes Citat zu corrigirem Eine Abweichung von der Masora, oder ein auf die Zeit der Redaction des betreffenden Werkes zurückzuführendes Versehen ist vielleicht da anzunehmen, wo mehrere alte HSS., Parallelstellen u. s. w. in übereinstimmender Weise eine andere LA. in einer Schriftstelle bieten. Aber wenn in einer Friedmann’schen Ausgabe fast auf jeder Seite mit במקרא כתוב auf Varianten hillgewiesen wird, so ist ja zu befürchten, dass hieraus unrichtige Schlüsse gezogen werden könnten! ,חכמים הותרו ופו. (Fortsetzung folgt).____Dr. J. Theodor. Unberechtigter Nach druck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt. Für die Redaction verantwortlich: Dr. M. Braun, Breslau.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.