Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 7 · p. Seite 381

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1900-01-01
Page
Seite 381 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829741-2829749-2882865--30175-2882917
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Besprechung. 381 עקד האגדות Heft 11 (Frankf. a/M. 1881), das zur Würdigung des vaticanischen Textes ein genügendes Material bietet, unbekannt geblieben ist. Daselbst ist S. 31—55 aus derselben vatic. Hs. der zweite Theil des Werkes, der ganze Scder Eliahu sutta (bei Horow. in der Ueberschrift תנא דבי אליהו ווטא) abgedrnckt, ferner das. S. 4—19 die Eecension des Eliahu sutta nach einer Hs. in Parma, de Eossi cod. 327 N. 35 (vgl. die Anmerkung in der neuen Ausgabe S. 165!), und S. 56—64 die Kapitel 16—18 aus der späteren Kompilation iiach der ed. pr. Venedig 1598 (vgl. Zunz, GV.1 S. 117). Indess liefert Horowitz nur die Texte; das 3. Heft seiner Bibliotheca Haggadica, für welches Varianten, Stellennachweise 11. s. w., sowie auch der Abdruck des Tana debe Eliahu rabba nach der vatic. Hs. angekündigt waren, konnte wohl nicht erscheinen. Glücklicher ist Hr. Fr., der jetzt den ganzen Seder Eliahu als Nebenarbeit zu seiner, hoff entlieh bald zu erwartenden, Sifra-Ausgabe veröffentlicht. Es gewährt einen besondern Genuss, dieses Werk, dem nach dem Urtheile des Herausgebers (S. V.) ״an stilistischer Schönheit, an ethischer Tiefe und Eeichhaltigkeit — — kein Buch in der aggadischen Literatur“ gleichkommt, in einer Friedmannseben Bearbeitung, in dem vornehmen Drucke, in der gefälligen Gliederung der einzelnen Kapitel, zu denen überall der kurz gehaltene Kommentar das Wissenwertheste mittlreilt, zu lesen. Erweist sich auch die stilistische Schönheit oft mehr als ein ״lliessender und wortreicher Stil“, wie ihn Zunz charaktcrisirt, und ist es nicht immer leicht in ״dem Vortrage, der sich ziemlich regellos über die verschiedenen Gegenstände ergiesst“, den rechten Zusammenhang herauszufinden1), so muss man doch uneingeschränkt den hohen Werth dieses sittlich-religiösen Werkes ancrkennen, in welchem ״Busse, Almosenspende, milde Gesinnung, andächtiges Beten, Pünktlichkeit in der Beachtung des Gesetzes, fleissiges Studium in dem Lehrhause, Ehrfurcht vor den Gelehrten, Keuschheit, Demuth und Vermeidung nichtjüdischer Gebräuche eingeschärft“, und gleiches redliebes und rechtliches Verhalten gegen Juden und Nichtjuden gelehrt wird (GV. S, 113). Dieses bedeutsame Werk, das noch dazu dem Propheten Elia zugeschrieben wurde, soll jedoch, wie der Herausg. behauptet, wenig verbreitet gewesen sein; es scheine, ״dass die tonangebenden Lehrer es mit Absicht vermieden, dem Buche beim Volke Eingang zu verschaffen, seines mystischen Ursprunges halber, um mystischem Aberglauben nicht Thür und Thor zu öffnen“ (S. V.) Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Absicht und die Möglichkeit ihres Erfolges darf man füglich bezweifeln; uns scheint die ganze Ausführung des Hrn. Fr. hier nicht recht verständlich. Er schreibt zuerst (8. IV): ״Das Buch wurde vielfach benützt und citiert, besonders von der Midrasch-Sammlung Jalkut. Nach dem Beispiele des Talmud wurde es später überall als תנא דבי אליהו angeführt und erhielt so den Namen ,Tanna d’be Eliahu‘“. In dem nächsten Absätze lesen wir: ״Merkwürdiger Weise waren in späterer Zeit Manuscripte von diesem Werke äusserst selten, und jene Autoren, welche eines kannten, fanden sich veranlasst, es näher zu beschreiben“. Hierbei verweist Hr. Eh. auf Tosafot zu Ketnbot 106a, Aruch s. v. “HD und das Sammelwerk ילקוט המכירי. Aruch ist doch nicht später als Jalkut Schimeoni, und man vgl. die Nachweise über die Citirungen des Buches vom 12. Jahrh. ab bei Zunz das S .114 f. u. S.T17, wie w. u. über die zahlreichen Auszüge im Jalkut. In jenen Jahrhunderten brauchen die Handschriften des ף Vgl. auch Grätz, Geschichte, V2 S. 318.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.