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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1900-01-01 · Heft 5 · p. Seite 231

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
44 (1900)
Issue
Heft 5
Article
Actenstücke zur Geschichte der Confiscation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. M.
Date
1900-01-01
Page
Seite 231 (sequence 12)
Language
German
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Actönstücke zur Geschickte d. Coniiscatiou d. hebräischen Schriften. 231 Kräften gethan, was in unserer Macht lag und gelingen sollte, um das Unheil abzuwehren; sollte aber, was Gott verhüte, unser Geld nichts nützen, um unsere Gegner unschädlich zu machen, dann sind wir vor Gott frei von jeder Schuld, denn nicht von uns ging das aus; die Kette hängt vielmehr am Halse, dessen, der dies hintertrieben .hat... Wenn Ihr Euch aber so verwundert und erstaunt zeigt über unsere ״Verfügung“, so bemerken wir, dass Ihr bis jetzt noch nichts erblickt habt, was auch nur im Entferntesten einer ״Verfügung“ oder einem herrischen Befehle unsererseits ähnlich ist, durch welchen einer von uns etwa über die Häupter des heiligen Volkes oder auch nur über das eines Einzelnen von Euch hätte hinwegschreiten wollen. Nur, da die Stunde so sehr drängte, und es Zeit war, für Gott zu wirken, waren wir genöthigt, für eine baldige Zusammenkunft der Gemeinden Vorkehrungen zu treffen, und es unterliegt keinem Zweifel, dass, wenn diese stattgefunden hätte, die Beschuldigungen widerlegt und eine Menge von Verbesserungen getroffen worden wären. Und es giebt zahlreiche Missstände, die sich leider jetzt in diesem niedergetretenen Geschlecht geltend machen, die der Verbesserung bedürfen, und es ist jetzt nicht der Augenblick, das alles schriftlich festzühalten. Aber durch Euer Fernbleiben konnte einer nicht zu Anderen kommen, ein jeder thut, was ihm allein recht dünkt, und baut für sich einen besonderen Altar. Möge Gott ״das Krumme wieder ge־ rade machen“. Es unterliegt keinem Zweifel: Wären wir.,alle zum gemeinsamen Handeln zusammen getreten, so hätte jeder sich selbst und seine Nachbarn angefeuert, und so hätten wir einen ordentliehen Ausweg gefunden, der allgemeinen Beifall erlangt haben würde, ״jeder hätte dann einen, Span vom Balken bekommen“ . Denn das war keineswegs unsere Absicht, Euer Geld in unsere Taschen zu stecken; wir wollten es nur zum allgemeinen Besten verwenden. Ihr Rothenburger aber, von Euch ist die Störung und Hinderung ausgegangen, von keinem Andern. Als die Wörther und Weissenburger, die bereits in der Absicht, zu uns zu kommen, ihren Wohnort verlassen hatten, bei ihrer Ankunft in Eurer Stadt Euren Entschluss merkten, bekleideten sie sich mit einem anderen Geist. Auch die Juden in den Bezirken des Markgrafen und der Markgräfin (?) von Würzbürg und Werthheim hatten sich alle in Wertheim versammelt. Als sie aber sahen, dass Ihr zurückbliebet, zogen auch sie ihre

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