Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 1)
- Language
- German
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186 B esprechungen. Besprechungen. Bacher, Wilh. Dr. Die älteste Terminologie der Jüdischen Schrift׳־ auslegung. Ein Wörterbuch der bibelexegetischen Kunstsprache der Tannaiten. Leipzig 1899. J. C. Hinrichs’schc Buchhandlung (Y1II + 201 S.) 8°. Der treffliche Bearbeiter, der Agada der Tannaiten und Amoräer, dem wir bereits eine stattliche Reihe von Musterleistungen auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft verdanken, hat uns aufs neue mit einer reifen Frucht langjährigen Sammelfleisses und gewissenhafter Forschung beschenkt. Die vielfach bewährten Vorzüge Bache r’seher Gelehrsamkeit und Darstellungsgabe zeichnen auch diese seine neueste Arbeit aus. Die feine philologische Beobachtung und meisterhafte lexicologische Bearbeitung des schwierigen Stoffes verdient die höchste Anerkennung. Es sei nur z. B. auf einzelne Artikel, wie ,תלמוד, חורה, משנה מקרא, מדרש, הלכה, הנדה hin gewiesen, wie jeder dieser oft und viel besprochenen Ausdrücke hier aufs neue mit erschöpfender Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit, abwägender Besonnenheit und Klarheit durchgearbeitet erscheint. Die gelehrten Fussnoten enthalten eine Fülle von passenden Belegen, werthvollen Nachweisen und Berichtigungen. Die Terminologie der tannaitischen Schriftauslegung, wie sie aus den ältesten Midraschwerken, aus Mischna und Toseftha und den anderen Erzeugnissen der tannaitischen Litteratur zu entnehmen ist, enthält ohne Zweifel die ältesten Elemente palästinischer Bibelexegese, die ältesten Spuren der Thätigkeit der Schriftgelehrten, beinahe so alt, wie die Anfange des Midrasch. Die Kunstsprache der ältesten Schriftauslegung ist eine dialektisch geformte und geschliffene, vertiefte und verfeinerte, dabei dramatisch belebte und vor allem durchaus eigenartige, so dass es nicht leicht wäre, dem Uneingerichten einen Begriff davon zu geben. Mit einer wörtlichen XJebersetzung der einschlägigen Ausdrücke und Wendungen wäre nichts gethan. Die Hauptschwierigkeit liegt darin, Sinn und Bedeutung der einzelnen Wörter und Formeln genau und deutlich zu . erklären. Diese Aufgabe ist in dem vorliegenden Werke aufs beste gelöst. Neben der möglichst genauen Ermittelung der Bedeutung ist auch die Feststellung des Sprachgebrauchs ins Auge gefasst worden. Namentlich sind die Unterschiede des terminologischen Spachgebrauchs zwischen den Schulen Ismaels und Akiba’s gewissenhaft vermerkt und hervorgehoben. Zum ersten Male ist hier eine geordnete Darstellung der exegetischen K1111 stausdrücke der Tannaiten versucht worden. Weder Steins Talmud. Terminologie (Prag 1869) noch die vorhandenen Wörterbücher zn den Talmuden und Midraschim bieten Genaues und Genügendes über die hier in Betracht kommenden Artikel. Und so ist Bachers Arbeit auch eine willkommene Ergänzung jener Wörterbücher. Mit umfassendster Kenntniss und voller Beherrschung des Stoffes hat der gelehrte Verf. seinen Gegenstand nahezu erschöpfend behandelt, so dass die Nachlese des Kritikers nicht bedeutend ausfal'len kann. Es sind wrenige Einzelheiten 11pr, die ich im Folgenden nachzutragen habe. Ich cifcire die Quellen mit denselben Abkürzungen, deren Bacher sich