Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. 141 Besprechungen. Eckstein, A. I)r. Nachträge zur Geschichte der Juden im ehern. Fiirstbisthum Bamberg. Bamberg 1899. 8°. 67 S. Die Nachträge zu der 1898 erschienenen Geschichte der Juden in Bamberg enthalten I. eine auf Grund der vollständigen Gerichtsakten erneute Darstellung der 1793—94 gegen den Bamberger Rabbiner L. M. Berlin geführten Untersuchung (S. 3—43) und II. eine Anzahl von Ergänzungen und Berichtigungen (S. 44—63). Ein Register (S. 64) bildet den Schluss. Aus I ergiebt sich mit einer Deutlichkeit, die nichts zu wünschen übrig lässt, die glänzende Rechtfertigung und volle Ehrenrettung des genannten!Rabbiners, nicht allein gegenüber den damals wider ihn erliobenen Anschuldigungen, sondern auch gegenüber der seinem Andenken im Hauptwerke des Verf. bona iide zugefügten Unbill. Es ist dos Vorf. Verdienst, und wir wissen ihm Dank dafür, dass er seinen schwerwiegenden Irrthum von Grund aus berichtigt und durch Beibringung der urkundlichen Belege den Rabbiner Berlin mit eigener Hand wieder auf das ihm gebührende Pieclestal der Hochwürdigkeit gestellt hat. Wir wissen nunmehr aufs bestimmteste, woran wir eigentlich niemals gezweifelt hatten, dass Rabbiner Berlin aus der gegen ihn geführten, durch unlautere Mittel von Querulanten und Donuncianten in die Länge gezogenen Untersuchung trotz des in einem Punkte vernrtheilenden Verdicts der Bamberger Regierung in allen Ehren und mit völlig unvermindertem Ansehen hervorgegaugen ist. Die in Cap. II der Nachträge enthaltenen Ergänzungen und Berichtigungen beziehen sich zumeist auf Vorgänge des XVIII. Jahrh. In einer Anmerkung (S. 89, Note 1) glaubt der Verfasser an seiner ״Auffassung“ — wie er ausdrücklich hinzufügt, soll es nicht eine lieber Setzung sein — von ״ לאכסניא של תורהzur Bewirthung der Schule/‘ (s. Hauptwerk, S. 70) gegen meine Mschr., 1898, S. 478 gegebene Berichtigung festhallen zu müssen. Der Veif. hat zunächst übersehen, dass er selbst (Hauptwerk, S. 66, Z. 16) erklärt hat, die Tekanoth von Bamberg ״in freier, aber sinngetreuer Uebersetzung“ mit Hinweglassung der Phraseologie wiedergehen zu wollen. Doch, abgesehen davon, wüsste ich wirklich nicht, wie bei der ״Auffassung“ von ״ — לאכסגיא של תורהzur Bewirthung der Schule‘־ die üebersetz 1111g anders lauten könnte als ״zur Bewirthung der Thora“. Man vergleiche aber mit dieser Auffassung oder Uebersetzung die steile Bah. mez, 85a: תורה מחורת על אכסניא שלה woraus unwiderleglich hervorgeht, dass אכסניא של תורה nur die Wohnstatte (oder Herberge) der Thora bedeuten kann. Das Gleiche geht auch aus dem im Sammelbande des Vereins Mekize Nirdamim, Jahrg. 1895, veröffentlichten Text, §11 der Bamberger Gemeindeordnung hervor. , Es heisst daselbst: ״Es hat sich im ganzen Lande der Brauch verbreitet, dass ein verlobter junger Mann an jedem Orte, wo er auf seiner Durchreise sich aufhält, eine angemessene Spende לאכסניא של תורה gehen muss, damit das Lehrhaus zu keiner Zeit (von Studierenden) verlassen werde“ (אשר לא ימושו מתוך האהל בכל עת ועוגה). Es leuchtet ein, dass hier nur von einer Spende zu Gunsten der Heimstätte des Thora-