Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Rabbinats-Diplom des R. Isaak ha-Cohen in Piczow
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 2)
- Language
- German
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72 Das Rabbinats-Diplom des R. Isaak ha0־ohen in Pinczow. Gemeinden hingewiesen zu haben. Eingedenk seiner Mahnung1), die nicht eben zahlreichen veröffentlichten Denkmale dieser Gattung thunlichst zu vermehren, theile ich im Nachfolgenden das Document2) mit, durch welches E. Isaak ha-Cohen zum Eabbinat in Pinczow berufen wurde. E. Isaak ha-Cohen war der berühmte Enkel seines ungleich berühmteren Vorfahren E. Schabtai ha-Cohen, des Verfassers der Commentare (ש״ך) zum zweiten und vierten Theil des Schulchan Aruch, der vor den Greueln des polnisch-schwedischen Krieges aus Litthauen nach Mähren geflüchtet ist und in Holleschau 1662 die letzte Ruhestätte gefunden hat. Sein Väter E. Mose Dob Berisch b. E. Isaak b. E. Mose war in graderLinie ein Urenkel E. Schabtai’s. Er wurde etwa 1740 in Opatow, in der Nähe von Krakau geboren und war schon in seinen Knabenjahren wegen des Umfanges seines Wissens und der Schärfe seiner Auffassung in weiten Kreisen angestaunt. Als er etwa sieben Jahre alt war, brachte ihn sein Vater nach Hamburg, wo er fünf Jahre lang den Unterricht des E. Jonathan Eibenschütz genoss. Sein Meister war von den ausserordentlichen Fähigkeiten des Knaben derartig entzückt, dass er diesem bei seinem Abschied zwei silberne Leuchter schenkte und sie ihm mit den Worten übergab: ,,Das, mein lieber Sohn, nimm als Geschenk von mir, und gedenke meiner jedesmal, wenn Du die Sabbath- und Festlichter daran entzündest“ 3). Schon ein Jahr später, nachdem er eben das dreizehnte Lebensjahr zurückgelegt hatte, trat er in den Ehestand und wurde zum ■Rabbiner nach Stobnica in Klein-Polen berufen. Zahlreiche Schüler sassen damals bereits, angezogen von dem Eufe seiner erstaunlichen Gelehrsamkeit und seines wunderbaren Scharfsinns, um dessentwillen er mit dem Ehren-Bein amen ״Charif“ geschmückt wurde, zu seinen Füssen4). Zn ihnen gehörte sein Bruder E. Isak Abraham, der Verfasser der Eechtsgutachten-Sammlung ,,Kether Kehunna“5). Gelehrte von Euf bemühten sich damals bereits, 0 In der Zeitschrift ha-Eschkol I, S. 177. 2) Ich verdanke eine Abschrift der Freundlichkeit des R. Schabtai Rapaport, jetzigen Rabbiners in Pinczow, der zu den Sprösslingen der im Text näher bezeichnten Familie gehört. 3) Vgl. mein כתר כהונה, (Drohobycz, 1898,8), S. 28. 4) איצקל חריףמ ^“ .nannte man ihn. 5) In der Einleitung zu seinem RGrA. כתר כהונה (Zolkiew, 1805/1) rühmt sein Bruder von ihm: לבו היה כלב הארי וקולו כמים רכים אדירים * * * ומשכן נהרות תלמידים מופלגים•