Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 44 (1900)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Likkute Pardes
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829741-2829744-2882454--29772-2882483- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 3× ep/1002670
OCR text
Likkute Pardes. 53 das ganze Werk Raschi zn vindicieren, Die Literarhistoriker der neueren Zeit beschäftigten sich eingehender mit dem Verfasser der Likkute Pardes, aber ohne Erfolg. Michael (in לאור החיים S• 526) meint, Menachem b. Machir sei einer der Redacteure dieses Werkes, ohne irgend welche Begründung an־־ zaführen. Wahrscheinlich liess sich Michael zu dieser Behauptung von Ausdrücken wie . . . 19°) ואני מנחם אומר ed. Amsterdam) verleiten und übersah, dass die betreffenden Stücke dem Pardes nachgeschrieben sind, der seinerseits dieselben einem Werke der Machiriden entnommen hatte1). Zunz (Zeitschrift, S. 374) nennt Samuel Babenberg als Verfasser der Likkute Pardes und verweist zur Begründung seiner Angabe auf einige Stellen im Mordechai. Jene Stellen im Mordechai haben aber mit der uns beschäftigenden Frage nichts zu thun, wie von Eckstein2) bereits bemerkt wurde. Benjakob (אוצר הספרים s. v. לקוטי פרדס) theilt die Meinung Zunzens, nur glaubt er, dass Samuel Babenberg eine Sammlung von einem Schüler Raschi’s vorgefunden habe. Dieser Schüler soll Abraham ha-Kohen aus Mainz, Zeitgenosse* Raschi’s, gewesen sein. Als Beweis führt Benjakob aus L. P. folio 12b«an: כך קבלתי אני אברהם כהן מפי מורי רבנא מילי ז״ל• Wie מילי sich mit Raschi decken kann, vermag Benjakob nicht zu erklären, und begnügt sich mit einem Fragezeichen. Isserles verzeichnet am Schlüsse des Juchassin, ed. Krakau, eine Notiz: ועוד היו לרש//י ב' תלמידים הא׳ נקרא רבי שמואל מבונעבורג (מבבנבורג) עשה ספר הפרדס, והשני לר׳ שמעון עשה ם׳ הלקט und auf Grund dieser confusen Angabe meint Buber3), Samuel habe den Pardes, Simon aber die Likkute Pardes verfasst. Die Notiz bei Isserles ist corrumpiert und in keiner Beziehung verlässlich. Samuel Babenberg lebte gegen 150 Jahre nach Raschi, und konnte weder dessen Schüler noch der Verfasser des Pardes sein. Ein Schüler Raschi’s kann überhaupt nicht die Likkute Pardes verfasst haben, da in denselben Autoritäten des 13. Jahrhunderts angeführt werden. — Sehen wir uns das Buch näher an, so kann von Einem Verfasser überhaupt nicht die Rede sein. Schon am 1) Ms> 4! 299. a) Im jüdischen Litteraturblatt XXII (1893), S. 183 und in seiner Geschichte der Juden in Bamberg, S. 297, vgl. M. S. 41, 263. 3) Einleitung zu טוב npb S. 46, vgl. J. Müller, תשובות חכמי צרפת XXIII, und Brüll, Jahrbücher VII, 94.