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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 12 · p. Seite 561

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 12
Article
Joachanan ben Zakkai in christlicher Beleuchtung
Date
1899-01-01
Page
Seite 561 (sequence 14)
Language
German
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Jorhanan bon Zakkai in «•liristli«11־<*r Brlmrlttm1u. Ti«; i jenem frommen von Aral) bereits vor Augen hatten, <K»r am Sahbath <1011 Skorpion :,.in leckte, und nachher zum Lehrer mit der Frage kommt: habe ich dadurch gesündigt?“ (Mi). Ganz falsch. Im־ Midraschtext ist weder von einem Frommen, noch von einer Frage: habe i<• 11 gesündigt? die Rede. Fs wird lediglich!)(,richtet, man habe J. gefragt, ob die fraglichen Handlungen am Sablnth erlaubt seien? und er habe «geantwortet: Nein! wegen eines eventuell(*n Siindopfers, das bekanntlich, wie jedes Opfer. nur auf eine irrtlifnnlieh — nicht absichtlich . begangene Sünde aufgelegt wird. Dieses missverstandene Wort Joehanans benutzt■ Verf. auch in seinen Kchlussbetrachtung, auf die wir nicht melir. eingehen wollen. ()]> Jorhanan Patriarch war, lässt ׳sich nicht mit Sicherheit mitscheiden. Wahrscheinlich ist es nicht, denn die Römer werden nach dem Aufstand keinen Patriarchen bestätigt, viel weniger ernannt■ haben. Fs ist sein־ wahrscheinlich, dass der römisch(‘ Sieger J. b. Z. deshalb Jamnia als Sitz seines Lehrhauses anwies, um ihn und sein(‘ Schüler in der Nähe dm* römischen Legionen zu haben. Der legitime Patriarch dürft(‘ in Jamnia gar nicht erscheinen. da die Patriarchenfamilie den Aufstand unterstützt hatte. Wir müssen jedoch diese Frage auf sich beruhen lassen, sowie auch jene Widersprüche in J. h. Z. System, die Sch. am Ende seiner Schrift ■ nicht entdeckt, sondern erlindet. Alit solchen Beweisen dient man der ,.Sendung Jesu zur Bereitung der Kirche“, womit: Sch. schliesst. sehr schlecht•. Wir sind mit unserer Kritik zu End(‘. Der Fleiss, den Sch. auf das Studium der talmudischen Litteratur verwendet, verditmt Anerkennung;, wir müssen aber mit Bedauern konstatiren, dass er weder genügende Kenntnisse noch die not hi «je Unbefangenheit besitzt, um auf di(*sem Arbeitsfeld(‘ 1‘twas Frspriessliches zu leisten. Es giebt ausser der jüdischen keine andere Litteratur, in der cs ein Autor wagen dürfte mit einem solchen Geistesprodukt hervorzutreten. Im Interesse dm* Wissenschaft ist zu wünschen, dass Prof. Schiatter in seinen künftigen Arbeiten zur jüdischen Geschichte sich der Voreingenommenheit entsehlage und in der Behandlung der rabbinischen Texte grössere Vorsicht walten lasse. 3(i Monatsschrift, 43. Jahrgang.

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