Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Joachanan ben Zakkai in christlicher Beleuchtung
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 548 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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•Juchnmm ben Zakkai in christlicher Heleuehtung. .VI8 V<i11 Pn»t'. 1 h\ Ludwig׳ Blau in Budapest. In dem jüngsten 111*1*1 <lt*r ״Heitrage zu!־ Förderung ehrist־ lieber Theologie“ (111 •1) 11; 11 Prof. A. Schlaffer, der mit ancrkcnncnswcrt11cm Liter sich uni die Lrforschung der <lesehichtc der Juden in den ersten zwei Jahrhunderten unserer Zeitreehnung bemüht 1). :im* 1 >i<des in der Aufschrift genannten Tannaiten veröffentlicht־. Kr betrachtet Lehre und Leben des grossen Meisters von christlichem <Jesichtspunkte aus, was er schon in dem Titel seiner Schrift: ״Jochanan ihm Zakkai, der Zeitgenosse der Apostel“ andeutet. Seinem Ziele 'entsprechend, knüpft er an einzelne Lebensmomente und Aussprüche seines Helden ehrist ianisiremle Het rachtungen, die nicht selten arabischen t'harakter annelnnen. Linen l)ekannt־en rabi.)inischen S|>ruch vor Au^en haltend, lassen wir diese homilienartigen ßemerkungen auf sich beruhen, und beschränken uns in unserer Kritik auf den wissenschaftlichen Inhalt der Arbeit. Schiatter gehört, zu den wenigen christlichen Oelehrten, di(* sich mit der rabbinischen Litteratur selbständig beschäftigen und nicht aus secundären (Quellen seienden. Seine Darstellung fasst auf den Originaltexten, die er, wie Aqiiila die Bibel, mit peinlicher Oenauigkeit übersetzt. Diese reberseizungsmethode bietet ohne Frage gewisse Vortheile, die aber durch die Unklarheiten, welche ihre unvermeidiii hen Folgen sind, reichlich aufgewogen werden. So z. B. ist אטייך statt ״man sagte“ durchgeheiids mit ״sie sagten“ wiedergegeben. Wer wird unter ,,Werken u (יי* מעשים• S) in der Praxis befolgte Entscheidungen verstehen? Ich hin selbst in Zweifel darül)er, ob Schiatter nicht die mit מעשה eingeführten Erzählungen meint. Statt ״es gibt, di<* schön auslegen und nicht schön erfüllen etc.־״ heisst es hei Schiatter: ״llei dem einen ist, was er aiislegt, schön, was er erfüllt, ni« 11t schön u. s. w.“ (Tosefta Chag. ‘J, 1. S. l) Ks sind von ihm erschienen: Zur Topoyraphic und (icschichte Palastina’s (lS‘d‘V). I>i!י Tage Trajans und Hadrians (Beiträge 1, 3). In demselben Band der Beiträge lieft ö und i> luit Schlatter auch über ״das neu gefundene Stück des Sirach“ eine Studie veröffentlicht.