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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 10 · p. Seite 480

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 10
Article
Ist Saul, ein Sohn R. Abraham Broda's, wirklich aus dem Judenthum ausgetreten?
Date
1899-01-01
Page
Seite 480 (sequence 4)
Language
German
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Ist Saul Bmdn w irklich aus dom Jmlonthuiii ausgct roten. •IJsn ihn 7.11 cxistiron autgohört hat. Isaak lvnin, den wir ausdrücklich als Schwiegervater Sauls genannt sehen, war vermöge seiner angesehenen Stellung in der Gemeinde, in der er mehr als 44 Jahrein den verschiedensten Ehrenämtern sich hervorthatי(ז dmvhaus der Mann, mit dessen Familie ein Gelehrter von dem Hange R. Abraham Hroda's sieh verschwägert haben mochte. Es wird noch zum Ueberlluss auf dem Grabsteine dieses am 21. Oktober 17Mb in Prag verstorbenen Isaac, des Sohnes Samuel Knin's, angegeben, dass er seine Töchter nach der Sitte der Zeit an die Söhne hervorragender Lehrer in Israel zu vorheirathon bemüht gewesen ist. In diesem Falle wäre ihm lYeilioh sein Streben übel bekommen. Saul mag auf die1 schieb* Ebene gorathen und eines unnatürlichen Todes gestorben sein‘2). Das Einzige, was TautYenbiirg, der ohne Lüge nicht athmen kann, hinzugedichtet hat, war die verbrecherische Verlüumdung. als ob Saul durch jüdische Hände vom Leben zum Tode gebracht worden wäre. Mit (hon Riss im Gewände seines Vaters wäre die ׳Trauer um den Verlust Saul Brod.i's, wenn er wirklich aus dem Judenthum ausgetreten ist und jeder Gedanke an ihn beschlossen gewesen; das hätte wahrlich um Eines Ueberläufers die ganze Festung verrathen heissen, würde man bei den tausend Argusaugen, die den Treubruch schützten, es sieh haben beikommen lassen, dem Treubrüchigen auch nur ein Haar zu krümmen. Zögernd nur und widerstrebend greift die Hand nach dem Zeugnisse eines endlich von Allen gemiedenem durch sich selbst gebrandmarkten Verläumders, wie Tauffonburg einer war, zumal wenn der Hauch der Rcthvkung, der aus seinem Munde ausgeht, einen verehrungswürdiggrossen Namen wie den R.Abraham Broda’s tritl’t. Vielleicht hat• aber auch hier einmal ein ruchloser Mund ein Stück Wahrheit bezeugt, das die Mitwelt willig vom der Zeit verschlingen liess, das aber in kirchlichen und Staat* liehen Archiven leicht noch Spuren zurückgelassen haben mag, die einst die Forschung an den Tag bringen wird. l) Vgl. S. Hock משמחות ק״ק פרא־*־• p.;C20. 3 .״. 3) Der 1754 in!,rag als Jüngling verstorbene Josel b: Saul (שו״אל Brod. s. Hock a. a 0. 41D muss schon der Zeit nach ein Sohn des Enkels R. Abrahaihs gewesen sein; v': גכד דכאו; כו׳אבדד־מ בדודא bedeutet hier also, dass Josel ein Urenkel K. Abrahams gewesen sei. Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist uutersagt. Für die Rodaction verantwortlich: Dr. M. Braun, Breslau. H. Fleiftchm&nD. Brewlau, Ohlaueratr. 9.

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