Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Ist Saul, ein Sohn R. Abraham Broda's, wirklich aus dem Judenthum ausgetreten?
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 478 (sequence 2)
- Language
- German
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478 Ist Sn 111 nrmlj« wirklich aus <1110־ Judenthum ausgetreten. ־Selb herum gefroren j enblid) aber bod) feinen Weift aufgeben muffen. Hub meil biefeö eine ol)nc bem fattfant betäubte ,piftorie ift | fo roiLl icl) bauon aucl) feine meiteve Umftanbc berühren; jonbern habe fio nur uovfiiljrcn molteu \\\ beut Uubc! bafi id) aucl) mit (*rempeln bemeifen tonne | mic betriiglid) uub tücfifd) bie ^ubeu gegen bie ($ haften Ijanbein״. Oer saubere Eideshelfer, dem Bürgermeister und Käthe von Müllhausen in Thüringen am 12. August 1721 seine Erfindung, eines neuen Judeneides patentiren 1 *), hat bis */nun Jaitre 17105 wo er in dieser Stadt die Taufe nahm, angeblich unter dem Namen Abraham Oppenheim durch seine Zugehörigkeit das Juden!hum geschändet. Um seinem Uebertritt Gewicht zu verleihen, gab er sich als Sohn des über Oesterreich und das Keich hinaus berühmten Wiener Oborhoffactors Samuel Oppenheim und als Rabbiner aus, der in Arnheim und nach־ her im Jülich- und Bergisehen in Amt und Würden gestanden habe*). Oie ihn aufgenommen waren mehr zu bedauern, als die ihn verloren hat tim. Ein meineidiger Lügner warf sich da zum Ankläger gegen die Wahrhaftigkeit des jüdischen Eides für die wehrlose Christenheit auf3), ein Anwalt der öffentlichen Rechtsprechung, so lange ihn nicht der Arm der Gerechtigkeit ereilte, ein Beistand der Gerichte, bis sie ihn hinter Schloss und Riegel steckten. Von Auflage zu Aullage schwoll das Gift seines Traktätleins, die Schändlichkeit seiner Angebereien, selbst die Kerkerhaft, die er in Hamburg wegen seiner Lügen und Schwindeleien zu verbüssen hatte4), vermochte ihm nicht das Handwerk zu legen. Es ist also ein durchaus verdächtiger Zeuge auf dessen Aussage die angebliche Taufe des Sohnes R. Abraham Broda’s ruht. Wenn gleichwohl die unlautere Lügenquelle, an die man nur mit Widerstreben rührt, hier als geschichtliches Zeugniss herangezogen und verhört werden soll, so geschieht es in Folge einiger Umstände, die ihr für diese einzelne Angabe wenigstens die Präsumtion der Glaub- Würdigkeit zu leihen scheinen. *) Forinula p. 5. >) Wolf a. a. O. 111, 94ö MDCCCL b. 3) Gleichwohl citirt ihn Ludovicus Maire in der Dissertation: An Judaeo juramentum litis dccisorium contra Christianum deforri possit (Strassbürg 1702; p. 7, 9, und Joannes Georgius Lotichius aus Frankfurt am Main in De. lubrico jurisjurandi Judaeorum (Marburg 1744) p. 26 als Autorität: clarissime doeuit exjudacus: TAVFFENBVBG. 4) Wolf a. a. 0. ״Ex-Judaeut;, sed perversus״ brandmarkt er ihn IV, 958.