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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 9 · p. Seite 423

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 9
Article
Dr. med. Vitalis Felix d. i. Chajjim Selig b. Mose Katzenellenbogen aus Lublin
Date
1899-01-01
Page
Seite 423 (sequence 2)
Language
German
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I)r. Vitalis KGix. 123 Matrikel der Universität Padua die Eintragung auf: ״Dominus Vitalis Felix, filius Moysenakii, Judeus, Polonus, Lublincnsis ojitime se gessit et omnibus votis in P11ilos0])hia et Medici na approbatus'K Alle Angalten machen es bis zur Sicherheit wahrselieinlich, dass wir liier die Bestätigung derselben Paduaner Promotion vor uns haben, deren das königlich polnische Privilegium erwähnt. In dem Yerzeichuiss jüdischer Doetoren der Medicin, welche die Universität Padua dem Senate von Venedig als seit dem Jahre 1(17י unter ihrer Aegide graduirt am '27.Mürz Hw 1 aulTiihrt, tritt unter No. f>*2 I). Vital(‘ Felix Moysenatis liebreus Polonus als am 8. April 165S zum Doctor promovirt uns gegenüber. Der Vater unseres (Uiajjim Selig, wie wir ihn nach diesen übereinstimmenden Angaben nun. wohl nennen können, hat also den Namen Mose gelahrt. Vitalis Felix, der Günstling König Michaels, beginnt damit aus dem Dunkel, das ihn verbarg, horaiiszutroten; wir können uns fortan danach umsehen, ob uns die jüdischen (Quellen über den Arzt Cbajjim b. Mose aus Lublin etwas zu sagen haben. Chajjim b. Mose, der Arzt aus Lublin, ist aber in der Tliat nicht länger ein Unbekannter. Es müsste mit wunderbaren Dingen zugehen, wenn es zwei gleichnamige Ärzte, Söhne gleichnamiger Väter, zu gleicher Zeit in Lublin gegeben haben sollte und wir nicht vielmehr in unserem Vitalis Felix den K>5G der zweiten und furchtbareren Judeiiscblacbt von Lublin entgangenen und behufs der Auslösung seiner gefangenen Familie in die weite Welt gewanderten, das Erbarmen seiner Glaubensbriider annifenden Chajjim b. Mose zu erkennen hätten. Dienstag, den 2CJ Februar wird Chajjim b. .Muse in Lemberg mit einem Empfehlungsschreiben ausgestattet, das kein Geringerer als 1L Hosehel, dessen Name bereits mit. seinem Kulane die Diaspora erfüllte, an der Spitze der Aussteller unterzeichnet1). Dem mit genauer Noth dem Tode entgangenen Opfer einer der schauerlichsten Katastrophen der neueren jüdischen Geschichte wird in dem Briefe das sonst nur Blutzeugen und Abgeschiedenen gewidmete Beiwort des Heiligen verliehen. Er war damals bereits Arzt und Nachfolger seines gleichfalls als Arzt in Lublin verdienten Vaters Mose Josua aus der Familie Katzenellenbogen, aber wohl noch in der ersten Jugendblütlie und unverheirathet, da nur von seiner Mutter und sechs Gesrhwistern in der Empfehlung die Bede ist, die in Zarnosc auf die l) Kaufmann in Monatsschrift 39v 554 ff.

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