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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 9 · p. Seite 400

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 9
Article
Das Problem der jüdischen Sittenlehre
Date
1899-01-01
Page
Seite 400 (sequence 16)
Language
German
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*10(י I>.1׳s Problem der jüdischen .Sittenlohro. verändert. Dass der Mensch nicht ü 110171 sei, hat man natürlich immer anerkennen müssen. Und die Propheten haben di»־ Mehrheit der Menselten in di(* Einheit der Menschheit umgewandelt. Aber dass der Mensch, selbst als sittliches Individuum, eine Theilerscheinuug dieser Menschheit sei; diese Einsicht, nicht ah ein Glcichniss, sondern begrifflich streng gedacht, ist das Ergelmiss des Princips der Autonomie. Der Begriff des Mensch (Mi wird zur Idee der Menschheit. Der Iberisch scheint »?in Xaturwesen zu sein, und als solches die Sonderexisieirz eines Individuums zu haben. Das mag der theoretische Begrilf, der ,Naturbegritf des Menschen sein. Der ethische Begriff des Menschen aber ist: dass er nur dadurch sittliches Individuum werde, dass und sofern er aus dem Prineip der Menschheit. ableitbar, ihm gemäss, mit ihm vereinbar sei, In diesem strengen Sinne bedeutet das Prineip der Autonomie die Form ei ner :111 gemeinen Gesetzgebung. Die Form bildet den Gegensatz zur Materie der Vorurtheile, der natürlichem wie der historischen. Die Gesetzgebung vertritt d«*n wissenschaftlichen, methodischen Grundbegriff der Erkenntniss. Keine Erkenntniss ohne Gesetz.-־ Kein Gesetz ohne Grundsatz. Also muss das Sittengesetz, als das Gesetz einer Ethik, als Wissenschaft, auf eigener, reiner Gesetzgebung Im*ruheii. Und inhaltlieh bedeutet und gewährleistet dies(* reine allgemeine Gesetzgebung die unbeschränkte Gültigkeit.• des Gesetzes, den unbeschränkten Umfang seiner Anwendung. Das heisst: das Gesetz ist; allgemein gültig, oder objektiv bezeichnet: den Umfang seiner Anwendung bildet die Mensch־ heit.. Das menschliche Individuum ist nur dadurch sittliches Individuum, dass es aus dem Prineip der Menschheit ableitbar wird. Du* Menschheit ist das ״Keieh der Zwecke“. Denn die Menschen sollen Endzwecke oder Selbstzwecke sein. Die Autonomie hat die Autoteile zum Wechselhegritt'. Die Menschheit ist die ״Gemeinschaft moralischer Wesen,־״ deren Verfassung in der Autonomie das Sittengesetz bildet. 80 bestimmt die Autonomie den Begriff des menschlichen Individuums aus dem Begriffe der menschlichen Gemeinschaft׳. Der Mensch der ethischem Autonomie ist das Individuum der Menschheit. (Schluss folgt.)

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