Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2829132-2829727-2829736-2882132--29472-2882187- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
382 Besprechungen. Besprechungen. Krengel, Dr. Johann, Das Hausgeräth in der Misehnah, .1. Teil. Frankfurt a. M. 1899, 1׳. Kauffmann. II. 11. 08 SS. 8. Vorliegende Arbeit ist cine Inauguraldissertation und besteht aus einer kurzen Einleitung (S. 1—11), der eigentlichen Abhandlung (8. 1 —G5) und einem Register der hebräischen und aramäischen Wörter. Aus der Einleitung entnehmen wir, dass dem Verfasser neben der Mischmi auch die Toseffa, Sifrn, 8ifre, wie di(1 im babylonischen undje.ru־ saleniischen Talmud enthaltenen Baraitlml und Berichte der altern Anmräer als Quellen und die beiden Talmudc, der!Midrasch rabbah, die Pesikta, Hai zu Tohorot, Hananel, Maimonides, Raschi, R. S<11 ־ in 1s<*11 o 11 aus 8ens und Aruch als Commentare dienten. Zur Vergleichung der antiken Hausoinrichtung der Griechen und Römer wurden herangezogon Plinius naturalis historia und die Werke von Becker, Bliimner, Dartunberg n. a. 111. In der Abhandlung bietet uns der Verfasser eine, ausführliche Be- Schreibung eines grossen Theiies der in der Mischnaperiode bei den Juden gebrauchten Hausgeräthc, ans welcher hier eine kurze Inhaltsangabe folgen möge: 1. Tische (S. 1—9). Ein auf drei Füssen ruhendes viereckiges (iestell mit einer einfachen oder doppelten IMatte von unbestimmter Form bildete gewöhnlich den Speisetisch, der zumeist aus Holz, seltener aus Thon, Marmor und Metall angefertigt wurde. Daneben befand sieb auch im Spciscsaal der sogenannte .,delphische“ Tisch (דלפקי), auf welchen man während der Mahlzeit Geschirr 11. Getränke hinsielIte. Auf einem andern Tisch, der in der Küche stand, wurden die Speisen zum Aufträgen geordnet. 2. Sitzmöbel (S. 10—17). Als solche׳ waren besonders gebräuchlich ein Stuhl mit vierseitigem Gestell, ohne!{ficken- und Seitenlehne (כסא), eine für mehrere Personen berechnete Sitzbank (ספסל) und ein für das Frauengemach bestimmter Lehnstuhl (־ .קהדדא/.alJlopot). Line Abart des letzteren diente den Gelehrtem als Sitz bei ihren Vorträgen. Das Material der Sitzmöbel war in den meisten Fällen Holz, jedoch auch Stein, Thon, Marmor und Glas1). 3. Betten (S. 18—31). Aus Holz, Thon oder Glas horgeslellt und hier und da mit Vorhängen versehen, erreichten die Betten bisweilen eine solche Höhe, dass zu ihrer Besteigung Fussbänke nötliig waren. Reiche Leute schmückten ihre Lagerstätten mit Thiorhäuteii und kostbaren Weildecken. A11 der Wiege (עריסה) waren kleine Glöckchen angebracht, die beim Schaukeln ertönten, und so ״die Stelle unseres Wiegenliedes Vertraten.“ Bisweilen wurde dieselbe auch als Kinderwagen eingerichtet. Zu den Sänften und Tragsessclu, deren sieh besonders Frauen und alte Leute bedienten, gehörte auch אפיריון, eine mit Vorhängen geschlossene T) Wenn die Anführung des Glases als Material hier wie bei den Betten und Schränken (s. weiter unten) nicht — wie der Verf, 8. 11. Anm. 13 vermuthet — als ,,blosses Schulbeispiel” aufzufassen ist.