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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 8 · p. Seite 371

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 8
Article
Die älteste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg
Date
1899-01-01
Page
Seite 371 (sequence 2)
Language
German
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I>ir älteste <»esehirhfיו drr (lt‘111s<*h<‘n -Inden in Hamburg. :;71 wurde1). Die Verfolgung dieser in Mamburg geschehenen Verbrechen und die Abort heilung des Judemnörders fand wohl deshalb in Altona statt־, weil der Mörder auf Altonaer Dehiet lestgenommen wurde. Aber die Hamburger Behörden (baten doch das ihrige, um Liebt in das Dunkel dieser grauenvollen Mordthaten zu bringen, was um so schwieriger war, als der Mörder einer lauten Hamburger Biirgerlamilie angehörte. Er war der Sühn eines (’Jastwirths, der das damals rennmmirtostü Wirthsbaus Hamburgs, das }{aus der ״SehinergesellschaH u dicht., an der Börse leitete, wo di(1 angesehensten lvaulleute Hamburgs verkehrten und wichtige (iesehülie abzuwickeln plleglen. Der S(d!11 des Inliahers erölfnete später ein eigenes Lokal an den ״Alten »Schnmgon“, das im (legensatz zu dem väterlichen Wirthshause bald sehr in Verruf kam. Der rohe und gewalithätige Mensch verliel nämlich darauf, jüdische Händler in saun Jlaus zu locken, unter (hun Vorwand(1, dass reiche Fremde dort angekommen seien, mit denen ein vortheilhaftcs <iescliäft: zu machen Sei. ln den meisten Fällen hatten die zum Opfer Ausersehenen wohl noch rechtzeitig die Falle gemerkt, in der sie zu <!runde n«dkmi sollten, oder si** kamen ohne baares Held dorthin und wurden daher unbehelligt wieder entlassen. Aber einmal wurde ein . Hamburger Oehlwechsler durch die Magd des Wirthes unter ähnlichem Vorwände in das Haus gelockt und, da er viel Da argold sehen liess, dort getötet, und sein Leichnam unter (hun Hoden des Hauses verscharrt. Die bestürzten Juden wussten nicht, wo sie den Vermissten suchen sollten; da wurde durch einen andern Juden, der ebenfalls in das verbrecherische Haus gelockt worden, aber mit Indier Haut davon gekommen war, der Verdacht auf jeneu Wirt gelenkt־. Aber di»‘ Juden konnten sich mit einer Hcschuldigung .noch nicht hervorwagetr); sie machten zunächst nur den Behörden von dem geschehenen Morde Mittheilung. Der Hat liess hierauf durch Trommelschlug die geschehene Mord (hat verkünden und demjenigen, der über den Verbleib des Ermordeten Auskunft geben könnte, eine Belohnung von 100 Dukaten zusichern. Durch eine beherzte jüdische Frau, l) (ienaueivs über <lio.se Mordthaten sowie über die Entdeckung und Behtrafung des Mörders bei Olückel 8. 234—211־». Zur (.,outrolle dienen die Origm;üaufze.ichnu11gen des 8a1nuel beu Meier llekseher (abgedruckt am Ende von Kaufmann1« Ausgabe der Olückel ־ Memoiren p. 304- 400. a) ,,Wenn es ja war« (d. 11. wenn der Verdacht begründet wäre), was sollte inan thun? Es ist Hamburg; kein Wort dürfte man dazu sagen.“ Olückel, 8. 237. 24*

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