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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 8 · p. Seite 369

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 8
Article
Das Landesrabbinat in Kremsier
Date
1899-01-01
Page
Seite 369 (sequence 10)
Language
German
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Das Lantlesrahbiiiat in Kremsicr. 369 In (101* TIuit gelangte er mit einer für die damaligen *Verhältnisse überraschenden Schnelligkeit nach Venedig. Hier veröffentlichte er zunächst sein Buch1) und wartete auf das nächste Schiff, das ihn nach dem Lande der Sehnsucht!)ringen sollte. Freudiges und Trauriges erlebte er in der Zwischenzeit. Eine längere Krankheit warf ihn auf das Schmerzenslager. Er machte die Bekanntschaft, des Gelehrten Mose ha--Cohen, der einen Index zu seinem Buche verfasste. Ein Sohn des genannten Moses, Namens Michael, führte nachmals Abichajil, die Tochter .unseres Wandersmannes, heim. Alles das erlebte er noch in Venedig. Von hier aus verlieren wir seine Sjmr. Ob er das heilige Land erreicht hat, ist ungewiss. In Dunk(‘] gehüllt, wie die Entstehung des Landrabbinats, bleibt auch das Ende seines ersten 'Fragers, den wir ermitteln konnten! Ob er seinen Titel auf seinen gleichnamigen Nachfolger Is. Beer, den er noch überlebte, vererbt hat, lässt sicli urkundlich nicht nach weisen. Das Decret v. 1. April 17 01 ר welches seine Absetzung anordnete, nennt ihn bloss Rabbiner 2). Ebenso wird dessen Nachfolger Salomon Lichtenstadt in einem Decret genannt, welches die Gemeinde zur Zahlung seines Gehaltes verurtheilt־*). Der im Ausgabenbuche d. J. 1715 verzeichn etc Lohn eines Boten des Landrabbiners bietet keinen festen Anhaltspunkt. Diese und andere, das Landrabbinat betreffende Urkunden beziehen sich auf den Rabbiner von Nikolsburg Gabriel Eskeles4), der hier öfters zum Besuche seines Sohnes Bernhard weilte. Diese!• wird den Titel eines L. R. v. Mähren ebenso wie denjenigen eines Rabbiners von Brisk in Lithauen und eines Rabbiners der Rheinlande und des Oberbisthums vermutlilieh bloss honoris causa geführt haben. Nach Fortgang des R. Gabriel Eskeles kam die Gemeinde durch den Erbfolgekrieg so herab, dass sie kaum 100 fl. jährlich als Gehalt für den Rabbiner aufbringen konnte. David Halberstadt, der Schwiegersolm Gabriel ’Wimpfen5s, des ehemaligen Mandatars Wertheimers in Breslau, der nach seiner Ver- ׳treibung von dort sich hier niedergelassen hatte, ging aus Mangel an Existenz!uitteln von hier nach Bisenz, auf welches J) Ungenau angegeben ist das Datum auf dem Titelblatt ההחלתיו בטוב טבת עמרתיו בטוב ואדר •בנה בזא״ר. אנ״י בוטה, Vgl. liing. das Datum auf der letzten Seite סדר שמעל. Auch die Buchstabenzahl שלשה שרעים stimmt nicht ganz mit יוסף יששכר בן א״אבי אלחנן. Der Name ייוסף, den auch ein Sohn hatte, dürfte in einer Krankheit zu יששכר hinzugekommen sein. 2-ף Vgl. die Beilagen I. II. IV. 24

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