Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 43 (1899)
- Issue
- Heft 7
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen. 331 Bestätigung aus den Nachrichten iiher die Familie Spi110za\s, die in ihrer (iesamtheit hier zum ersten ]Male veröffentlicht sind (S. 109—113). Danach ־war Michael, der Vater des Philosophen, bereits lange Zeit vor dessen (Jeburt in Amsterdam ansässig, das Verzeichnis «ler Begräbnisse im Livro de Betahain enthält unter dem 3. XII. 1023 die Kintragung iiher «hm Tod eines Kimles von Michael Fspiuoza (S. 109). Die Familie Spinoza stammt aus Spanien, noch Barnch sah das Spanisch(‘ als s('ine Muttersprache an: von da wanderte zunächst wenigstens (,in Zweig (hu־־ seihen nach Portngal ans (daher llester de Spinöse ans Lissabon. S. 111, N. 17), nach verschiedenen Landungen und kurzen Ansiedelungen in Hafenstädten der westlichen französischen Küste1), licss sie sich, wie so viele andere Marranen, in Amsterdam zu dauerndem Wohnsitz nieder. Der Name Spinoza gehört, zu den gcachtetsten und beliebtesten der neuen tlenieinde, immer wieder werden ihren Mitgliedern öffentliche LhreMämter übertragen, ein Zeichen des Vertrauens und der lloclischätzung ihrer <i’laubeiisbrüder. Abraham oder Abraham Michael!Frdlh. S. -01 unten; Spinoza, der t > rossvat er des Philosophen.!»(,kleidete 1022 23 das Flnenamt 'in(,s Administ rat <»rs des Friedhofs, 1028 29־ das eines (iemeinde-Deput irt en, wie (,s scheint, als deren Vorsitzender neben Männern aus den Familien der Abarbanel. Jcschimiu u. a. Noch öfter wurde Michael, der Vater des Philosophen, mit'der Yciwaltung־ .angesehener Aemter betraut. 1(133 timlen wir ihn unter den Vorstehern der drei (icmciuden, 1(137 3tt in gleicher Figenschaft Ix'i der (iemeinde Bcth-dnkoh. W(deh(‘ die älteste Suiagoge in Amsterdam 11;1tt<* ('(Jraetz X.. S. 3 — 4;. 1042 43 zusammen mit Ahraham da ('osta. seinem Collegen v״n Petl)־.lakob. wiedemni als Parnass der 1(139 vereinigten gi’ossen jüdischen Cemcimle. Als Michael Spinoza dieses Amt 1048 49 711111 zweitem Mab‘ bekleidete, wurde er durch die Widmung der in domseihen .!ähre erM11־ieneuen Fsperanca de Israel von Manassch heil Israel ausgezeichnet. auch scheint er in diesem .fahre aus dem < iemeindevorst and in den Maamad, in die aus den Vorstehern und Pabbinern zusammengesetzte (icnclit.sbcliördo der («emeindea), de]»utirt worden zu sein. Fudlieli heg«‘gnet uns Michael Spinoza 10.71 als Vorsteher des Leihwesens. Der Xaehwe's. dass seine Vorfahren sieh einer ausgezeichneten Stellung und Indier Werthsehätzung erfreuten, ist für die Cesehiehte des Philosophen von wesentlicher Bedeutung. Fr bezeugt zunächst seine vornehm(1 Ahkimft und bestätigt, damit die Angabe des Colerus. Fr eröffnet uns ferner die Frkenntniss, dass, wie alles («ross«• in Fähigkeiten und Fertigkeiten ein Frbgut ist, auch Spino/a's selbstloser und reiner Charakter das Frgehniss einer Fnt Wickelung bildet, an dem < le.NchIcchter gesammelt und gearbeitet haben. den (1!leisten Schatz aus de!־ Hinterlassenschaft seiner jüdischen Almen. Die Familie Spinoza muss zur Zeit der Ceburt des Philosophen in mehrere Seitenlinien verzweigt gewesen sein, die unter einander in ehe- *) Vgl. Nr. 7, S. 109. Ahr. Fspinosa aus Nantes: Nr. 9, S. 110 ds. Fsp. der von Nantes über ]Rotterdam kam: Nr. 12. Haehel Spinosa von Bordeaux. Sollte nicht auch das dunkle Viguciv (Nr. 17, S. 111. Frdthl. 8.202) der Namen einer solchen Zwischenstation der Familie Spinoza sein? - a) Nur mit dieser Annahmeverträgt sich meiner Ansichtnach die von den früheren Bezeichnungen abweichende Benennung Parnasim do Mahamad; vgl. auch (Iraetz X'\ S. 12. Möglich bleibt jaimmerhin, dass die drei anderen Vorsteher im Nissan ihre Kollegen ablüsteii. (Frdthl. S. 203.)