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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 7 · p. Seite 328

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 7
Article
Die älteste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg
Date
1899-01-01
Page
Seite 328 (sequence 7)
Language
German
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328 Die älteste Geschichte «1er deutschen Juden in Hamburg. Probon, die sio aus diesen oder ähnlichen Werken mitteilt, sehen wir, dass darin moralische Orumlsätze durch reich ausgcschmückte, oft sehr phantastische Erzählungen veranschaulicht wurden. Die Knaben scheinen im Flieder wenigstens so weit oefürdert worden zu sein, dass sie etwas vom Talmud vorstanden. Für eingehenderen ■talmudischen t ׳ nt erricht waren Lehrhüuscr noch nicht vorhanden; doch nähme]] diejenigen jüdischen Familien, die durch ihre Yermögeiisvorhältnisse nur einigermaassen dazu im Stande waren, einen Wabbi ins Maus, der mit den Sfdmen zu ״b*rnenu hatte, zuweilen auch mit <letn Hausvater selbst talmudisrhe Studien 11'i**b. Diejenigen, die ihren Söhnen (*ine grössere Forderung angedeihen lassen wollten, sandten sie wohl auch für einige Zeit nach einem der berühmten polnischen Lehrhäuser zu Krakau, Posen, Lissa 11. a, wo viele Jünger aus den verschiedensten Landesteilenzusammenströmten 1). Neben den hebräischen Studien und der Pmschüftigung mit der jüdisch-deutschen Fnterhaltimgslitteratur wurden von einzelnen Bevorzugten wohl auch einmal Künste und fremde Sprachen getrieben. Hlüekel v. Hameln erzählt von einer früh verstorbenen, äusserst. begabten Halbschwester, dass sie perfect französisch gesprochen habe (.,Französisch konnte sie wie Wasser.־״) und auch auf dem ״Uavmvmbel" zu spielen verstand.־ Der Vater des jungen Mädchens wurde durch diese Kenntnisse der 'Tochter einmal vor grossem Schaden bewahrt-). Immerhin waren solche Kenntnisse und Fertigkeiten, di«1 nur durch Privatunterricht erworben werden konnten, in jüdischen Häusern des damaligen Hainburg eine Ausnahme. 1)Dass 10011־ zuweilen bei KntSendung junger Leut»* nach Polen schlecht« Erfahrungen gemacht wurden, und ein unerfahrener Jüngling »*imnal einem Hetriigvr in die Hände lallen konnte, zeigen die Erlebnisse eines Hamburger Talmud jüngers in Lissa, von denen Gliirkel »S. 230 — 34 beruhtet. -) Zwei vornehme Schuldner. di»• zur Auslösung eines Pfandes zu i 1 n 11 kamen, beredeten sieh während der Zeit des W artens auf französiseb mit einander, schnell das Pfand zu ergreifen mul «len .luden uni sein Held zu betrügen. Die sprachkundige Tochter, die gerade (■lavier spielte, verstand jedes Wort der Futerhaltuug und wusste beim Erscheinen des Vaters diesen durch ein paar hebräische Worte, die sie zum Dlavierspicl sang, von der Absicht der betrüge.!* in Kenntniss zu setzen, so dass diese ihren Zweck nicht erreichten, (iliickel, S. 34/35. (Schluss folgt.)

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