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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 6 · p. Seite 282

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 6
Article
Die älteste Geschichte der deutschen Juden in Hamburg
Date
1899-01-01
Page
Seite 282 (sequence 12)
Language
German
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282 l)io älteste Geschichte der deutschen Juden iu Hamburgindem die Rabbinern erklärten, aus dem (hebräisclien?) Texte der Verträge nicht heraus]esen zu können, dass die Portugiesen befugt seien, die Deutschen unter ihrer Oberhoheit zu zwingen. Der Vorstand beharrte dagegen bei seiner Auflassung, dass die Portugiesen über die 2(> deutschen Haushaltungen zu gebieten hätten (p. 457). Auf diese Machtstellung glaubte der Mahamad damals um so mehr Gewicht legen zu müssen, als einige tedescos danach strebten, beeidigte Makler zu werden und dadurch an einem Privilegium theilzunehmen, das bis dahin den Portugiesen allein von allen Juden gesetzlich zustand1). Die Portugiesen erklärten dies(‘ Pestrebungon der tedescos als einen unerlaubten Eingriff in ihr Krworhsgebiet• und forderten die Vorsteher der deutschen Judengemeinde nachdrücklich auf, derartige gesetzwidrige Versuche einzelner ihrer Mitglieder zu verhindern. Die Vorsteher fügten sieh chm Wünschen der Portugiesen, aber nur aus Rücksichten der Dankbarkeit für die vielen Vergünstigungen, die sie von der portugiesischen Nation empfangen hätten. Sie hohen hei dieser Gelegenheit anerkennend hervor, dass sie die Aufenthaltsberechtigung in Hamburg und das Gut, das sie in der Stadt erworben hätten, nur dem Wohlwollen der Portugiesen verdankten'־־'). Wenn also auch bei diesen Verhandlungen eine Art von Protect'orat der Portugiesen über die deutsche Gemeinde noch aufrecht erhalten wird, so י beginnt doch gerade um jene Zeit eine Anlehnung der tedescos an eine andre Vereinigung, nämlich an die deutsche Judengemeinde in Altona, sich anzubahnen. K>71 erhob der Altonacr Rabbiner, .wenn auch zuerst vergeblich, den Anspruch, auch von diesen deutschen Juden in Hamburg als geistliches Oberhaupt anerkannt zu werden und sie seiner Jurisdiction zu unterstellen. l) Schon 1017 war <1011 Portugiesen vortragsmässig das Hecht vor* liehen worden, 4 Makler ans ihrer Mille zu präsentiroii, die von den Behörden vereidigt wurden (Zeitschrift f. Hambg. Gosch., Bd. X, S. 200). Diese Zahl hatte .sich im Laute <1 er Jahre bis auf 20 erhöht. Die! Behörden aber waren hiermit unzufrieden und wünschten (wie die מ Mäklern rdinmg‘* von 1071) zeigt) ihre Zahl wieder herabzumcidern. So ist es erklärlich, dass die Portugiesen sich neue Concurreuten׳ um diese Stellen vom Halse zu halten suchten. a) ProtoR. p. 456—60. (Fortsetzung folgt.)

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