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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 6 · p. Seite 259

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 6
Article
Aus der Zeit der Renaissance
Date
1899-01-01
Page
Seite 259 (sequence 10)
Language
German
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Aus der Zeit der Renaissance. 25 9 leisten. Noch in Carpentras hatte Bonet die Schrift über den astronomischen Ring verfasst, die im Jahre 1493 in Rom zum ersten Mal dem Druck übergeben wurde 1). Er beschreibt in ihr ein von ihm erfundenes astronomisches Instrument, dem er die Form eines an jedem Finger zu tragenden Ringes gegeben habe und das an Gebrauehsfähigkeit dem Astrolab nicht nachstehe, sich aber vor diesem durch seine äussere Geiälligkeit und seine grössere Bequemlichkeit auszeichne. Die Schrift ist Alexander VI. zugeeignet, den Bonet im Vorwort in einer Weise feiert, die selbst über das im Dedicationsstyl übliche Maass von Ueberschwänglichkeit hinausgellt2) und uns einem so übelberüchtigten Manne wie Alexander Borgia gegenüber noch ganz besonders anstössig erscheinen müsste, wenn wir nicht durch neuere Darstellungen doch ein wesentlich anderes Bild von dem vielverleumdeten Papste gewonnen hätten. Ueberdies hatte Bonet de Lattes allen Grund, seinem päpstlichen Gönner auch für die seinen Glaubensgenossen bewiesene Milde dankbar *zu sein3 4) und mag dadurch auch in seinem Urtheil über ihn nicht unbeeinllusst geblieben sein. Im Epilog und in den an diesen sich anschliessenden Versen bittet Bonet um Nachsicht * wegen des mangelhaften lateinischen Ausdrucks, den man ihm als einem Hebräer zu gute halten möge1). Diese Schläft über 9 Boneti dclatis hohrei medici Provonzalis anuli por rinn compositi super astrologiaiu utilitates incipiunt. Roi.nae ap. Andreas Fritng de Argentina. (Repertorium Bibliographicum opera Ludovhi Hain Vol. II, Bars 1, Stuttg. 1831, pag. 242, No. 9926) vgl. Vogelstein und Ringer a. a. O. S. 82. Anmerkung 1. Die Angabe bei (*ross ((laliia Judaiea, pag. 266), dass die Schrift zuerst in Paris im Jahre 1506 erschienen sei, ist. demgemäss zu berichtigen. Im Jahre 1506 war Alexander VI. schon drei Jahre todt. 2) Es heisst in diesem Vorwort: Si ergo Doi notitiam habere de8ideramus, stellarum scientiam habere oportet, quod inaxime virisecelesiast-ieis ct cunctis Deum timentibiiB convenit. Quaproptcr, pater beatitsimc, Alexander sexte, pontifex maximc, etsi tu am humanitatem (divino numino aspirante) omnium virtutum refertam divinaruinquc ac humanarum rerum notitiam habere inteliigam, ad tuac tarnen sanctitatis laudem et nominis exaltationom ac honorem et gioriam singulorumque tuae univorsali ditioni subditorum. commodum et utilitatem quoddam parvum instrumentum adinveni, per quod astrorum lirmamento iixorum aliorumquo Dei oporum celestium facili quodam viatico notitia haberi poterit. Quod profecto tuae etiam non displiccre beatitudini facile mihi persuasit. :ן) Vgl. Vogelstcin und Rieger II, S. 24 fg. 4) Bonus de Lates Provencalis Alexandro sexto pontiiiei maximo. Haec sunt, beatissime pater, anuli astronomici puncta peregregia una mecum ad sanctos pedes humilliine oblata, qnae positis superciliis, hilari vultu, ut spes fovet, reeipias. Nec mirum, si grammaticae metas, qui hehraeu» flum latinitatis expers, nonnunquam excesserim, nolons utile per inutile 17*

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