Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1899-01-01 · Heft 6 · p. Seite 251

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
43 (1899)
Issue
Heft 6
Article
Aus der Zeit der Renaissance
Date
1899-01-01
Page
Seite 251 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
80% known words query
IRI
…/2829132-2829727-2829734-2881994--29316-2882015
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Aus der Zeit der Renaissance. 2:> 1 der ״Führer“ des Maimonidos bei den hervorragendsten Lehrern der Kirche erfreute, beruhte׳ im Wesentlichen darauf, dass ihnen in diesem Werk des jüdischen Denkers ein Vorbild gegeben war für die Lösung der auch an sie herangetretenen schwierigen Aufgabe, einen Ausgleich zwischen den Lehren des Oftenbarungsglaubens und denen der als maassgebend anerkannten aristotelischen Philosophie herzustellen. War es daher nur folgerichtig, dass in der Periode der Renaissance mit der Entthronung des Aristoteles auch der ״Führer“ des Mairaonides mehr in den Hintergrund trat, so muss es als in der allgemeinen Entwicklung nicht .minder begründet erscheinen, dass die Hinneigung zu den Anschauungen des Mystizismus die Aufmerksamkeit nunmehr auf die jüdische ״Geheimlehre“ oder die Kabbala lenkte und dieser zu einer Bedeutung für das Geistesleben der Zeit verhalf, die eine eingehendere Würdigung verdiente, als sie ihr bisher noch zu Theil geworden ist. Der Umwandlungsproeoss von der Scholastik des Mittelalters zur Philosophie der Kenaissance wird eingeleitet durch Nicolaus von Cusa (geh. 1401 in Cues an der Mosel, gest. als Cardinal und Bischof von Brixen im Jahre 14(14 zu Todi in Umbrien). Ein Gegner der scholastischen Methode, von der er behauptet, dass sie der heiligen Theologie mehr schade als nütze1), neigte er sich, an den Pseudoareopagitcn Dionysius, an Scotus Erigena und die deutschen Mystiker, ' besonders an Meister Eckhard anknüpfend, der Lehrweise und den Anschauungen des Mysticismus zu, die von ihm weiter fortgeführt und in eigentümlicher Weise ausgestaltet wurden. Eine eingehendere Bekanntschaft mit der jüdischen Mystik lässt sich jedoch in den Schriften des Nicolaus von Cusa noch nicht nachweisen, wenn wir auch an einer Stelle das Buch Kasael (Rasiel) hei ihm citirt gefunden haben2). Dieses, wie manches 0 Apologia doctac ignorantiae (Opera N. d. C., cd. Basel, 1565), pag. 70. a) Exoitatiuiium lib. H, pag. 39-. Kndo inveniuntur libri de divinatione et praestigiis ante diluvium in lapidibus insculpti ]•er Hcrmetom inventi, qui' venerunt ad (׳harn et lilium ejus Chanaan, Zoroastrem et ad Ostanein, Zanmysim, Petrosyrim et post [)omorritum ct Platonem, licet Zepher Kasael aliter dicat. Gemeint ist folgende Stelle dos (nach Zun״/׳, Gottesdienst!. Vorträge, S. 167, Anmerkung d, frühestens im 11. Jahrhundert verfassten) ספר רזיאל (cd. Amsterdam 1701), pag. 34a: בשם אלהי ישראי אתחיל זד. הספר מכפרי הרזים שנתן לנח בן ימך בן מתושלח בן חנוך וגו׳ מפי רזי׳א"1 המלאך בשנת ביאתו לתיבה לפני כניסתו ונכתב על אבן ספיר באר היטב וממנו למד מעשה פ^אים ורזי וערבי בינה וגו׳ ומחכמת הספר למד נח לעשות תיבת גופר ולהסתיר ממי שטף ומסי המבוי ולהביא עמו שנים ושבעה ולהכניס מכג אוב:1 ומכל מאכל ויתנה בארון זהב ויביאהו תחלה לתיבה וידע ממנו עתות יום ועתות לילה ובאיזה יעמיד להפיל שועה וכשיצא סן התיבה בו

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.