Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 2)
- Language
- German
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476 Besprechungen. gezeichnet ist, wird jetzt von Hoissigen iiäuden in Klein- und Feinmalerci des niiherou «uisgeführt. Das Gesaramtbild erführt hierbei kaum eine wesentliche Aenderung, aber hie Linien werden sorgfältiger ausgewogen und stellenweise ergänzt, die Züge treten schärfer, deutlicher, oindrucksvoller heraus, die verblassten Farben werden au!gefrischt, hie und da wird ein bis zur Unkenntlichkeit verwischtes Stück der Zeichnung so gut wie möglich wiederhorgostellt. Und wenn auch nicht immer vom Standpunkte der Welt- und Vülkergeschiehto von’ Wichtigkeit, so doch local- und culturgoschichtlich von Interesse ist, was die Spezialforschung zur Bereicherung und Berichtigung, zur Beleuchtung und Klärung des historischen Stolfos boiträgt. Auch auf dem Gebiete der jüdischen Geschichtskmnin wendet sich die Arbeit der neueren Forscher vorwiegend dem Dotail, besonders dem huui!geschichtlichen zu. Kino im Käuzen tüchtige Leistung dieser Art ist die vorliegende ״(iesehiehto der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg.‘’ Mit vielem Kl eis,so batder kundige Vorf die Aufgabe, die er sieh gestellt, in dimkonswerther Weise gelüst, mit Benutzung der vorhandeneu zum ,],heil noch ungeclvucktcn Arebivalicu dieses Stück jüdischer Beschichte im Zusammenhänge neu zu bearbeiten. Die Anordnung des Stoffes nicht in chronologisch fortlaufender pragmatischer Darstellung, sondern in gesonderten parallel laufenden Kapiteln. deren jedes erneu Thoil des Stoügaiizen zu Knde führt, ist nicht allein durch die Lücken- - haftigkei», des vorhandenen Materials begründet, sondern trägt auch zur Krleiehtening des Xurhschlugens wesentlich bet. Der Vorf. lässt dio Thatsachen sprechen und hält sich von gewagten Vormuthungen grundsätzlich fern; frei von coufessiotiollm• Voreingenommenheit und schöniarborisclier Tendenz bcileissigt er sich i!1 allen .Stücken einer gesunden Nüchternheit und Unparteilichkeit der Darstellung. Die sieben ersten Capitol behandeln das Alter jüdischer Ansieuelungen im Fürstbistum Bamberg, die Judenverfolgungen, Judenschütz mul Schutzjuden, Organisation und Verwaltung, Ghetto, Syr.agoge und Friedhof, einige benachbarte Kleingcmeitulen, das Bauiberger!vabbinat׳־, die Jurisdiction, die Steuern und Abgaben, <1 io Zins- und Kreditgeschäfte der Dam berget* Juden. Die drei letzten Capitol enthalten Han de Isgosch ich 11 i o h es, Sittengcschiehtliches und Statistisches. Mit lichtvoller Klarheit, sind namentlich in Cup, Hl. dio Srhutzvorhültnisso (Entstehung, Bedeutung und Kntwickelung des hischöilichou und kaiserliehen Judenschutzes) und in Cap. IX, dio Sto\UM־verhältnisse der Juden in Bamberg au so i n a n de rges e tz t, aber mich dio anderen Capitol lassen in der reichen Fülle der verarbeiteten Details don inneren Zusammenhang und dio Gewinnung allgemeiner Gesichtspunkte nicht vermissen. Von den zuletzt hinzugefügton Beilagen (S. 21)7—028) enthält 1. den Nachweis, dass Likkuto liu-Fuvdes nicht von Samuel aus Bamberg 5111gefertigt sein könne, dio übrigen 20 Beilagen sind Aktenstücke von loealgesclneht.lichom Interesse, dessen besondere Berücksichtigung wir dem Verfasser einer Geschichte der Juden in Bamberg, auch wenn derselbe nicht Disirictsrabbiuor in Bamberg wäre, nicht verdenken könnten. Bei der Fülle bei gebrachter und verwerthetor Einzelheiten kann es nicht fohlen., dass für die Kritik einiges zu berichtigen, einzelnes uachzutragen bleibt. Befremden erregen, einige wenige auffallend starke uebersetzuBgsiehler (s, weitor unten), ernsten Tadel aber verdient, dass der Verl‘, es sich nicht nehmen liess, über den Rabbiner Loeb Berlin trotz des ihn in allen wesentlichen Funkten fVoisprcohendon Erkennt-