Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Ein Gutachten des Senats der Universität Jena
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 475 (sequence 3)
- Language
- German
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Ein Gutachten des Senats der Universität ,lona. 475 {17Ao 1/89)? der Philosoph Just. Christum Hennings (1731 — 1815), der Orientalist J oh. GottfV. Kiehh/nm (1752—1827), der Philolog Christian UiottiVicd Schütz (1747—1882) und J. Gr• Müller, Erstcrer äusserte: ,.Wenn genügsame, Aufsieht erhellten wird, so kann dadurch, dass eine oder 2 Judenfamilien, liier unter den vom Herrn 0. K. h\ Criesbaeh Im*- merkten Eihschrnnkimgeii, angestellt werden, mehr Vertheil als Schaden entstehen, und sie sind also zu toleriren“. Der Philosoph Joh. Aug. Ileinr. Ulrich hingegen hält es, ״für ganz unpracticable, die Einschränkungen, besonders von 8, 4 und;), mit welcher die Aufnahme zwei«*!* Judcufaniilivu unhedenküeh sein solle., und gewiss auch wäre, gn'imllieh zu machen, und lange in rigore zu erhalten41, da seiner Meinung nach es nicht möglich sein würde ״den Handel dieser Judenfamilien mit den jüdischen Studenten, und durch diese mit den christlichen zu verhüten“. .Er tritt ״daher dem Veto de3 Herrn ILofrath Schmidt von Herzen bei״. Ob hiernach das grossherzogliche IJcscript in Kraft getreten und die Aufnahme der Juden damals erfolgt ist, ist nicht bekannt. Es muss auch dahingestellt, bleiben, ob, wenn dieselbe wirklich ־stattgefunden, die Einführung der heute noch in Jena blühenden Leineweberei vielleicht auf dies(*, ״Kunstwirkerci treibenden Juden״ zuriiekzuführen ist. Sicher aber ist, dass sich die Befürchtungen des Professor Schmidt ■in Bezug auf die event. grosse Vermehrung der Judenfamilien, keineswegs verwirklicht haben, da heute, nach mehr als hundert Jahren, die jüdische Bevölkerung von Jena, nach dem ,,Statist. Jahrhuch d. Deutsch-Israelit, (lemomdebuiides“ von 1898 sich auf nur 17 Familien (85 Seelen) beläuft. BasprecüaiEQsa. Eckstein, A. D., Geschichte <l»*r Juden im ehemaligen Fürst,bistum Bamberg, bearbeitet auf Grund von Arohivalieu, nebst, urkundlichen Beilagen. L.miberg 1808. 8528•; -|- 8 ״ SS. Wir loben im Zeitalter der Spezialforsohung. Im 8dmtto vorgangoner Jahrhunderte wird eifrig gegraben, nicht nur nach worthvollen Goldkörnern, sondern auch nach den kleinsten Körnchen und Splittern .geRcliichtlichcn Materials. Die Archive werden durchstübert, verstaubte, vergilbte Urkunden ans Licht gezogen, und man fühlt sich belohnt, wenn •der Fund dazu dient, eine Lücke auszufüllen, einen Irrthum zu bo- ־richtigen, einen Zweifel zu beseitigen. Was in grossen Umrissen und .kräftigen Hauptzügen von den Meistern der Geschichtsschreibung bereits