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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 10 · p. Seite 474

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 10
Article
Ein Gutachten des Senats der Universität Jena
Date
1898-01-01
Page
Seite 474 (sequence 2)
Language
German
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474 Ein Gutachten des Senats der Universität Jena Meinung schlossen sich ohne jede weitere Bemerkungen an die Professoren J011. Willi. Schmid (Theolog, um 1744 1798-־־), Ernst Anton Nicolai (Medie. u. Chcin., 1721 —1802) und Joli. Christian Blasohc (Theolog, starb 1702). Prof. Joh. Ludwig Eckardt (Jurist, 1732—1800) findet seinerseits die Aufnahme ,,unter den bemerkten Einschränkungen und besonders dem nachdrücklichsten Verbot des Oreditirens auf Pfänder oder auf andere Weise, auch des Unterhandelns mit Studenten, unbedenklich״. Seinem Gutachten traten ohne weiteres hei die Professoren Carl Friedrich Walch (Jurist, 1734—1790) und Lahr (?) Just. Christian Ludw\ von Schclhvitz (Jurist, 1735—07) schliesst sich dem von den Professoren Docderlein und Eckardt gesagten an. Sehr ausführlich, aber durchaus pessimistisch Üusserte sieh der Jurist Prof. Joh Ludw. Schmidt, (1720 —1792): ״Ich lasse es bei dieser Sache dahingestellt, sein, ob nicht hier das Sprüchwort: Turpius ejicitur, quam non admittitur hospes, anzuwenden sein möchte; ob nicht die Akademie eine sehr grosse Last sieh auf bürden wird, über die an sich weislich erdachten Einschränkungen dergestalt zu wachen, dass selbig«‘ ihr zum Nachtheil nicht überschritten werden; oh man auch di(‘, üeberschreitimg zu vorliindcrn im Stande sein wird. Es dürfte dergleichen Menschen als die Juden sind, an Verschlagenheit nicht fehlen, ihre eigennützigen Absichten, die mit etwas kleinen und unsehädlieh scheinenden ihren Anfang nehmen, bei einer sich hervorthuenden günstigen Gelegenheit ins grössere zu bringen. Mancher Christ wird dabei zugleich seinen Privat-nutzen finden, und deshalb die Fortschroitung nicht hindern, sondern vielmehr durch anglänzende Insinuationen zu unterstützen suchen, ohne das gemeine Wohl dem «einigen vorzuziehen. Mir scheint der besorgüche Naehthoil den hoffentiiehen Vor theil in Beziehung auf das allgemeine Beste zu überwiegen, zumal wenn ich mir zugleich vorstelle, dass ein oder zwei Familien sich nach und nach durch Kinderzeugen vergrössern. ■Gesetzt aber auch, dass diesem vorgebeuget würde, so halte ich jedoch die Nichtoinführung einer oder zweier Judenfamiliou hierseibst wenigstens für sicherer. Ich will mich gerne geirrt haben, wenn in entfernten Zeiten der Erfolg־ das Gegeiltheil lehren sollte״. Mit viel günstigerem Auge sah diese Angeig enheit ein anderes Senatsmitglied an (die Namensimterschrift ist leider nicht zu entziffern möglich), dessen Meinung sich ohne weiteres fünf andere Professoren ansehlossen: der Mathematiker Joh. Ernst Basil. Wiedeburg

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