Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Ein zweites mathematisches Werk Emanuel Porto's
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 6)
- Language
- German
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SSO Ein zweites mathematisches Werk Emanuel Porto״«. sein können. Alle diese Falle, bemerkt Porto, habe Pitiscus*) behandelt und das Verfahren bewiesen. §§ 12—20. Es werden die vier angegebenen Fülle der Reihe nach au Beispielen behandelt. Der erste Fall wird durch Anwendung der Proportion gelöst, die man jetzt den Sinus- Satz nennt, ebenso der ־zweite Fall, bei dem Porto nicht vergisst, darauf aufmerksam zu machen, dass sieb für den der zweitem Seite' gegenüberliegenden Winkel im Allgemeinen zwei einander zu IS()״ ergänzende Werthe ergeben. Im dritten Fall wird die! halb(' Diüerenz der beiden unbekanntem Winkel nach dem Taugentialsatz berechnet, im vierten Fall endlich wird das Dreieck durch Füllung einer Höhe in zwei rechtwinklige Dreiecke zerlegt und diese sodann einzeln betrachtet. Da hierbei Q.uadrirungeu und Wurzelausziehungen erfordert werden, so giebt Porto zur Erleichterung der Rechnung eine (5 Seiten einnehmende) Tabelle der Quadrate aller ganzen Zahlen von L bis 999. Den Näherungswert einer nicht aufgehenden Wurzel bestimmt er mittels der Formel Fa- -|- 1• aד׳- a—1 y, er setzt also z. B. 1^31 5״/n. 2-a 1 '{־־ 21—4*'. Auseinandersetzungen über das Messen von Winkeln mittels des Quadranten und Lösung einer Reihe zusammengesetzter trigonoinetrischer Aufgaben, wie Bestimmung der Entfernung sichtbarer, aber aus irgendwelchen Gründen (Gräben, Feinde) nicht zugänglicher Punkte, u. s. w. 49, 50. Flächeninhalt der verschiedenen Arten von Vierecken. § 51. Flächeninhalt der Polygone, besonders der rogulären, von mehr als 4 Seiten. S 52, Verschiedene Reclmungsanfgaben über den Kreis und über Linien im Kreise. Dabei ist % ׳ immer gleich 27/־ angenommen. Das ist im Wesentlichen der Inhalt der Sehrift, die. zwar in wissenschaftlicher Beziehung niehtsNeues gebracht hat, aber auf jeder Seit('׳ erkennen lässt, dass der Verfasser den Stoff durchaus beherrscht hat und klar darzustellen im Stande gewesen ist. l) Bartlwlömaeus Pitiscua (1061—1613) aus Griinebcrff in Schlesien, Hofprediger des Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz, hat ein Werk ״Trigonometrie?*‘ verfasst das zuerst 1590 in Heidelberg erschienen, spater mehrfach aufgelegt, auch ins Englische übersetzt worden ist. Der Ausdruck ״Trigonometrie“ ist, wie es scheint, von P, erfunden, wenigstens lässt er sich früher nicht nach weisen. VergL Canfcor, Vorlesungen über Geschichte der Mathematik, Bd. II, S. 555.