Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 1)
- Language
- German
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B0.־>[n0׳r]1u11j1׳,n. 287 lesprsölMagsi. Das!Such der Juhilärn oder die Loptogomvsis. E1׳s1<t Thcil: Tendenz und Ursprung. Zugleich ein Beitrag zur LVligionsgosehiehto. Von ־Wilhelm Sm^r. Stuhlweissoulmrg (Ungarn), Ed. Singer’sche ]>11011handlang, 1SDS.!4) ~f-;•>22 -j~ (2j Seiten, 8. Das Buch der Jubiläen gehört zu den rä.thselhaftestun Erscheinungen der Pseudepigraphen des AT. Die von Dillmann edirte äthiopische Version und die von Coriani veröffentlichten Fragmente einer alten lateinischen Version sind aus einer griechischen Unterlage geflossen, wie dies von Dillmann und Künseh naobgo wiesen wurde. Nach einem Zeugniss des Hieronymus war aber die Ursprache nicht griechisch, sondern hebräisch. (8. Schürer, Gesell, des V, 2. Aull., Dd. 1 d. S. <>80 11'.). (jogenwärtig besitzen wir eine aus dein Acthiopisehen besorgte deutsciic Uebersetzung von Dillmann in Ewalds Jahrbüchern il — UI ISot).— ](Sol und eine hebräische Uebersetzung von Kubin, Wien, 1870. Von der Zerstörung Jerusalems und dos Tempels lindüt sich darin noch keine Spur: dagegen wird Jerusalem als Ontraikultstütte sehr oft genannt, und auch die Opfer werden mehrfach als ewige Satzungen horvorgehoben. .Die Abfassung des Buches hat demnach vor der Zerstörung .)enisaioins stattgefunden, und zwar bevor der Kampf gegen Korn die Alles beherrschende Leidenschaft des Volkes wurde: denn auch dafür lindet sieh ־in unserem Duclie nicht die leisest(‘ Andeutung. Darüber herrscht wohl heute fast, vollständige Uebereinstimmung. lieber den termiuus a <juo sind dagegen die Meinungen gut heilt; jedoch ist die Ansicht; voiherrsohend, die Ahfässungszeit nicht über das erste christliche Jahrhundert weit hinaufzusetzen, da die Ilenoch-Schriften in den Jubiläen bereits benutzt werden. Kür die Bestimmung des Pnrtoi'sfantlpuniBes des Verfassers sind fast sümmtliche .Parteien innerhalb des Judeidhunis lu-rungezogen worden, JelLinek hiidt das Buch für essäiseh. was einerseits durch das Schweigen über dir* von den Essileivrn geforderten Waschungen und hVinhcitsvorschriften und anderorseits durch die grosse Wichtigkeit, welche in unseren 1 D. dem Thieropfer heigolegt wird, genügend widerlegt ist. Kranke! hält: es für alexandnnisch, was schon Angesichts der bezeugten hebräischen K!־spräche unhaltbar erscheint. Heer hält, es für samaritaniseh. welcher Annahme schon die vollständig(? Uobergohung Gerisims und die Verherrlichung Judas und Jerusalems widerspricht. Vieles, und namentlich seine Gegnerschaft gegen das traditionelle Kaienäersystem, spricht aber auch gegen einen pharisäischen Standpunkt dos Verfassers, da er von denen, welche Beobachtungen des Alandes anstellen, sagt, dass sie ,.die Jahn? verdrehen und falsche Tage zu Tagen des Zeugnisses machen“, (Ew., Jahrb. ]]. 24G). Singer unterzieht nun nochmals das D. d. Jub. einer eingehenden kritischen Prüfung seinem ganzen Inhalt(; nach. Er entscheidet sich dafür, dass der Verfasser d. B. der Jubiläen ein Judonchrist gewesen und dass seine Tendenz ausschliesslich gegen den im jungen Cliristenthum neu auksteigenden Stern des Iluideiichristenrliums, gegen Paulus und die von ihm prokiamirtu Abrogation des mosaischen Gesetzes, gerichtet •sei. Singer geht mit grosser Gründlichkeit und ungewöhnlichem Scharfsinn vor. Er ist auch mit dem vollem ltüstzeug eines mit dem Talmud und der ganzen hier einschlägigen Littoratur wohlvertrauten Gelehrten vollständig verschon. Er erörtert eingehend den Widerstreit der jüdisch-nationalen und der paulinisch-univcrsadistischen Kiehtung innerhalb dcsChristentbums. Dies Judeuohristen halten das Gesetz Moses für verbindlich und unauflösbar, während Paulus die Hechtfortigung nur im Glauben findet, das Lohen nach dom Gesetze aber für eine Sündü und das Gesotz selbst für aufgehoben erklärt. Paulus ist universolL