Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zum Jubiläum des ersten Talmuddrucks in Deutschland
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829713-2829717-2881053--28458-2881100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
134 Zum Jubiläum dos ersten Talmuddruoks in Deutschland. i Von am dsMläio i!a TataÄECks vif*0 יד' י'•י i< trJ 'v״ W. Dr. Max. Freuäonthal. Lniit Befehl liess Gottsrlinlek auf der (isU^riticss(1 in Leipzig 1711 durch dm Biirheriiskal David Bittnrf und im folgenden .Jahre. am 11. April 1712. aut' (Um׳ Messe zu Frankfurt am Main durch den Notar .loln BaltU. Groupitz di(‘ ihm mm verliehenen Privilegien den aus aller Herren Länder anwesenden Buchhändlern und am latzt- ^•nannten Ort amdi noch de!• Judenschaft und ihren Haumeistern (Vorstehern) offiziell bekannt machen. Von diesen Erfoltfen Gottschnicks erfuhr Herend Lelimanu offenbar erst, als es zu spät war; es wäre ihm doch sonst sieherlich ein Leichtes gewesen, wenigstens hei dein ihm wohlgesinnten säe 11 sisehe 11 Fürsten die Sicherung der von ihm selbst behaupteten Rechte zu erlangen. Wahrscheinlich wurde er erst durch die Veröffentlichung auf der Leipziger Messe, deren stämlitfer Besucher er war, darauf aufmerksam, in welcher Weise sein ehemaliger Verleger ihm zuvortfekonnnen war. Uennoeh trat Lehmann auch jetzt noch nieht zurück; war er doch fest überzeugt. dass Gottschalck die Mittel zu einer neuen Austfube des Talmuds nieht werde, auftreiben können, und dass so alle Priviligicn zuletzt doeli keinen Wert besitzen würden. 111 der Timt verlautete nicht das Geringste davon, dass man in Frankfurt an der (.)der mit der Verwirklichung des Planes Ernst machte. Die Notliwendigke.it dieser Verwirklichung ward aber von Tag zu Tag dringender, und es musste deshalb der Versuch gemacht werden, an einem anderen Druckort dieselbe durchzuführen. Am geeignetsten hierzu erschien, da .Berlin ausscheiden musste, Frankfurt am Main, wo sich das Interesse für die Talmudedition schon frühen* so lebhaft kundgegeben hatte, und wo auch die Druckerei im Besitz eines Christen sich befand, was der Ceusur- und Privileg-Streitigkeiten halber, nie doch sicher zu erwarten waren, nicht ohne Bedeutung* schien. Wirklich weiss Schn dt davon zu erzählen1), dass schon im Jahre 1711 mit Johann Kölner, dem Frank- Jüdische Merck Würdigkeiten (Frankfurt a. M. 1718) IV. Teil, 11. Continuation, S. 238.