Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die italienische Litteratur der Juden
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Die italienische Litteratur der Juden. maun’s Kcurthcilung (S. 61) ist sachgemäss. — Die ״Schönfärbcrei“, welche den alten italienischen .Juden nachgerühmt worden (Güdcmann S. 312), ist kein Muster für unsere Ge״ schichtsschreibimg Der in wissenschaftlicher Sphäre erzogene Spanier Abrabam Ihn Esra erwähnt (zu 3. M. 23, 11) einen Gelehrten in Knm, scheintaber über die Juden Italiens seine Satyre ausgegossen zu haben (s. Kosin, Keime u. Ged. S. 90 Anm.). Die ״exotische“ Wissenschaft scheinen erst die in der Provence und Spanien gebildeten Gelehrten des 13. Jahrh. nach Italien gebracht• zu haben, wie Jakob Anatoli in Neapel (1232) u. s. w. ln der Mitte des Jahrhunderts las Moses b. Salomo aus Salerno mit dom Christen Nicolb di (Jenazzano die lateinische rebersetzung des More und verfasste ('inen (■mnmentar, dm* aber fast verschollen blich 1). Di(‘ ,,exotisch(‘ Gultur“, deren AbwesenheitLuzzatto betont (01m1h S. 118), fasste Kuss in Italien durch! elmdn h.Sal ,einen philosophisch gebildeten, aber zur Zahlensymbolik sich neigenden Schüler des Meir ha- Levi (Abiilatia) in Toledo (1247 in Toskana, wahrscheinlich an den Hof Friedrich's IL. g(‘zogeu; s. Vorz. der HSS. in Kerlin, 2. Abtln, 8.120). dni’ch den Uebcrsetzer aus dem Arabischen Scracbjab. Schealtiel Oben aus Spanien־), und durch dessen Gegner iiillel h. Samuel, der aus dem Lateinischen übersetzte. An den Grenzen des 13. und 14. Jahrh. bildete Rom den Sammelpunkt verschiedenartigen Wissens und Geschmacks (Zunzens alten klassischen Artikel darüber hat Berliner aufge־ nommen und mit einigen Noten begleitet)3). Zugleich waren aber auch durch den Pseudo-Propheten Abraham Abulafia, der 1290 den Papst bekehren wollt(', und durch einen U11bekannten, angeblich Menachem de Kecanati (der Zweifel an der Identität, des Kabbalisten und des Verf. der Gutachten hat bei Güdemanu S. 177 u 222 keine Erwähnung gefunden)4) zwei Richtungen der Kabbala des 13. Jahrh. eingedrungen, ') Das ist das Uächtigo, nicht ״dass sein Ansehen von keiner Seite bestritten wurde‘1 Au ule mann S. 170). s) Dm 7 Wissenschaften, die er empfiehlt (Vogolstein mal Hiegor I, 271) sind das alte Trivhon (wovon unser ״trivial“) und Quadrivium; h. uut. And. j?. M. von Bo eck, Die 7 freuen Künste iiu Mittelalter, Donauwörth 1844, eine apologetische Schrift, ־ a) Gildomann, S. 177 hebt die ״unangefochtene Stellung der Philosophie“ hervor, ohne epochemachendes Werk oder selbständiges System. Zum Kampf zwischen ־»Visson und Glauben kam es eben nicht, wie in der Provence und Nordspamon : die Philosophie drang■ nicht ein, 4) S. Catal. Bodl. p. 1734.