Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 42 (1898)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die italienische Litteratur der Juden
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 1)
- Language
- German
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116 Die italienische Litteratur der Juden. Von Moritz Steinschneider1). Bi® italieslssle Mteate der Jato. (Forteytzui)^. Untor den Sprachen der Juden hat die italienische bisher keinen eigentlichen Vertreter gefunden! Nicht weil es an .Schriftthum uiul Anwendung in, oder Einfluss auf das Hebräische, oder an Gelehrten, die des Gegenstandes mächtig gewesen wären, gefehlt hatte. 1111 Gegentheil, der Grund ist darin zu suchen, dass das Italicnisehe dem Juden nicht als fremde Sprache galt, weil sie‘ es unter sieh entstehest sahen, bald nach seiner Entstehung daran Theil nahmen, es niemals litterariseh so zu sagen entfremdeten und entstellten, mit einem Worte, ein italienisches ״Genuuischol” in dem Vater־־ lande des Ghetto höchstens innerhalb desselben gehört, aber sonst, fast gar nicht gesell riehen und gelesen wurde. liier kommt in der That (*in äusserliehes Moment zur Geltung, welches ich oben (S.;34; als unwesentlich für die sprachliche Forschung im Allgemeinen bezeichnet habe: die italienischen Schriften der Juden bieten äusserst Weniges in hebräischer Umsehreibung; die ältesten, wie die jüngsten, Druckwerke verrnthen ihren jüdischen Verfasser entweder gar nicht oder nur durch den Inhalt. Wir haben also (*ine eigentlüimliehe Erscheinung, welche mir im Zusammenhang mit der Geschichte und Culturgesehiclite Italiens und seiner jüdischen Bewohner erkannt und gewürdigt werden kann. Wir wollen dies mit wenigen und starken Strichen zu zeichnen versuchen. Die italienische Nationallitteratur beginnt erst im XIII. Jahrh. mit Dante, dem Vater der italienischen Poesie, Die fortwährenden nationalen und religiösen Kämpfe zwischen Abkömmlingen der Araber und Normannen, den Italienern und den Deutschen, den Guelicn und Ghihellincti, den Päpsten und den deutschen Kaisern erklären diese Erscheinung. In Ko in hatte sich seit den ersten Jahrhunderten talmudische Gelehrsamkeit, erhalten und wurde von dort aus nach dem Norden, zunächst; nach Lucca u. s. w., verpflanzt. Von Bari aus wunderte sie, ף Nachträglich notir-e ich eine Abhandlung von Mo’ise Schwab:. transscription de.s 1not8 europ<*ens en lettres hebr. au snoyen äge sin Melangcs Julien Havei, Paris, Leroux *1895, p. 317—24), welcher כת ein ״Fremdspr. Elemente״ nicht beachtet.