Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1898-01-01 · Heft 2 · p. Seite 74

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
42 (1898)
Issue
Heft 2
Article
Die italienische Litteratur der Juden
Date
1898-01-01
Page
Seite 74 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2829132-2829713-2829716-2880987--28387-2881024
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

74 Dii• italiuniscliü I.ittcratur tief Juden. 110 italisiiaslG HÄratir dar «Men.1) * Vuu Morits Steinschneider.;Fortsetzung. Die deutsche Spruche der Juden, allerdings nicht mehr in ihrer Ursprünglichkeit, ist ebenfalls weit über die Grenzen des Vaterlandes hinw egge tragen und in der Fremde*׳ idiomansch ausgestaltct worden. Das sogen, Judendeutsch oder Jüdisch-Deutsche lasst sich auf einen schwäbischen Ursprung' zurüekverfolgcn, der in Norditalien nicht, bloss seine Heimat, sondern auch seine. Wiegendrucke, etwas später als das Ilebräisehe, fand. Elia Levita’s Buch vom Ritter Bovo de Antuna (Ancona) ist schon Jf>08 verfasst und wahrscheinlich in Venedig־ gedruckt. Die slavisehen Grenzstädte Prag und Krakau wetteifern mit der genannten italienischen um den fraglichen Ruhm, den ältesten Stiefkindern der alten deutschen Mundart in der Presse eine Wieg(‘ bereitet zu haben. Das Judendeutseh wunderte nach Grosspolen, Podoiien und nach dem angrenzenden Russland, wo es sieh zum heutigen ״iwri-teitsclr* entstellt und eine zur Satyr!* und Parodie hinneigende Humoristik erzeugt hat, die in denn uuersehöpHicheu volkstümlichen Dick und wenigen Anderen daran erinnert, dass russische Tyrannei, wie Mecklenburg(*!’ Zopfthum, eine Fritz Reutersehe Poesie begünstigt. Die he״ rühmte Judenverfolgung des jüngst als Kämpfer für Religionsfreiheit gefeierten K osake. n lumpt mann s Chinelnitzki (Vhmel) vertrieb 1648 die Juden ans ungefähr 200 polnischen < *rtscliaften; ein grosser Thcil schleppte sieh bis nach Aniste!•- dam und schloss sich dort den Deutschen und Holländern an, so dass ihr Jiidisch-Deutseh eine holländische Färbung erhielt, welche in der Amsterdamer Presse, die bald die Venetianer überflügelte, ihrer! Ausdruck fand2), ln Amster״ dam, wo auch spanische Maranuen am Ende des XVI. Jahrh., also ein halbes Jahrh. vor der ״Chnuduselum Kalamität” ein Asyl gefunden und ihre Landessprache initgebraeht hatten, spitzte sieh wohl der Gegensatz in Sprache, Bildung, Sitte, und Ritus zu der Dichotomie: ״ScfavdD und ״Asehkenasi״ zu. 0 2\i S. 37 mache ich nachträglich aufmerksam, auf die Römerkungen des. Grafen de Puymaigro zu den von A. Panon mitgothciUen jüdisch-spanischen iiouranzeu über Quellen und Bedeutung derselben (Hevue des Ktudes J,. Bd 33, S. 269—82 י. '*) Bor bordhmto Drucker Salomo Pr 00ps stammte aus Posen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.