Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Judenlandtage in Hessen-Cassel
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 513 (sequence 9)
- Language
- German
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Oio .T111leu\a11(ka1׳e in Ilo»Ne11־CunN0l. G13 einem Schandzciohen allem «einem Volk geben ewiglieb. Amen‘‘. Unter diesem Eide mussten die neuernannten Schätzer im Landtage geloben, ohne Ansehen der Person, so lauten die hierfür geschriebenen Worte, und ohne Leidensehatt in ihrem Amte zu verfahren, einen Jeden■ nach seinem Vormögen und Gewerbe in einen verhältnissmässigen, richtigen Anschlag zu bringen, ]seinen vor dem Anderen zu begünstigen oder zurückzusetzen, die nur möglichste. Genauigkeit zu beobachten und so für einen Jeden nach Pflicht und Gewissen die Anlage zu bestimmen. War somit, soweit es Menschen möglich war, für den guten Willen der Schätzer gesorgt, so wurde einem Irrt.hum derselben, dem Mangel an richtiger Kenntniss dadurch ahgeholfen, dass alb‘ die, deren Namen mit׳ in Vorschlag für das Sehätzeramt gekommen waren und die mit in der Vorloosuug gewesen, dem Rabbiner durch Uandgelöbniss versprechen mussten, den verpachteten .Schätzern nÖthigcntälls boizustehen, und dass der gesummten Judenschaft, in erste]• Reibe den Gemeindeerhebern, zur Pllicht gemacht wurde, alle von ihnen verlangte Auskunft ohne Rückhalt den Schätzern zu erstatten. — Eine SGbsteinschätzung. oder eine Vennögensdeclaration, die damals schon in Prag(‘ gekommen war, wurde Seitens der Staatsbehörde, wie von der jüdischen Gemeinschaft seihst, abgelehnt. Die Peinlichkeit, mit welcher die Vorsteher- und Schützerwähl gehandhabt ward(1., wird begreiflich durch die Erwäguug, dass die nun folgende Vermögens Veranlagung summtlieber Juden nicht nur für den Staat der Hauptzweck des ganzen Landtages, sondern auch für die Juden, über deren Einzelbesteuerung während"" der nächsten drei .Jahre hiermit entschieden wurde, von der weittragendste» Pmdeutung war, Bildete sie doch die Grund luge für die Unmenge von Abgaben, welche sie. neben allen Staats- und Oommunalsteuern, die sie mit den übrigen Unterthauet] gemeinsam zu tragen hatten — in dieser einzigen Beziehung waren die Juden nämlich schon damals gle.iehberooht.igt —, für alle diejenigen Abgaben, die ihnen als d uden aufgebürdet wurden; Steuern, die wir heute kaum »och dem Namen nach kennen. Da gab es Schutzgelder, Silbergelder, Kraut- und Lotgcider, Feder׳ lappengelder, Kriegsbeitragsgelder, Pferde- und Maulthiergeld u. dgl. mehr. — Von ganz alter Zeit her hatte jeder Jude Monatsschrift. 41. Jahrgang. 03