Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Zur Biographie Maimuni's
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 461 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829696-2829707-2880789--27983-2880828- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zur Biographie Mnimüni's. 4(>1 die Kunde von den schweren Leiden, welche die «Imlcnhcit Kryptons in den Tagen Maimünis durch den Nagid Sar Selwdom, eigentlich Sutta mit Namen, wiederholt und .Jahre hin durch zu ertragen hatte. Maimüni steht durch »eine überragenden und unvergänglichen halaehisehen und philosophisehen Leistungen mehr und Vast ausschliesslich als litterarische Erscheinung vor uns: sein wirkliches historisches (,harakterbild, die eigentliche Macht und \\ lieht seiner Personlichkeit ist darüber wie etwas Gleichgültiges in Vergessenheit gerathen. »Sein bleibender Nachruhm hat die vorübergehende. Wirksamkeit in den Schatten gerückt, der (}eist hat die Leiblichkeit, die Unsterblichkeit das Lehen zurückgedrängt. So hat Maimüni seine volle Würdigung erst noch von der Zukunft zu erwarten, die ihm das Siegel aller wahren Vollendung, die Anerkennung nicht vorenthalten wird, dass er noch grosser als seine Werkt‘ gewesen ist Von seinen Kämpfen in Egypten, diesem Prohirstein der Persönlichkeit, von seinem erlösenden, tief* in das Lehen seiner Glaubensgemeinschaft eingreifenden Auftreten, haben wir bislang kaum eine Spur gekannt. Keines seiner Werke verrät]! auch nur ein Wort davon, welche Verzweiflung angesichts der Wald eines ebenso unberufenen als gewaifhaberischcn Nagids wie Sutta auch seiner sieh bemächtigt■ haben muss, ehe der Entschluss und die Kraft in ihm gereift waren, in den Piss zu treten und durch die Uebernahme der Kiihrung in der Glaubensgemeinde ihr llotfnung und Bliitlie zurückzugeben. Und doch war auch vor der scheinbar so unerhört nein‘, Kundschaft uns bringenden Sutta-Mcgilla Abraham b. 1111101’« י) eine deutliche Spur der Gegnerschaft vorhanden, die auch Maimüni persönlich von einem bösen Nagid in seiner Wirksamkeit erfahren haben musste. Abraham Maimüni hat uns in seinem leider noch immer in den Handschriften hegraheilen Buche Kifajat ul-‘Abidi1u1 eim1 Mittheilung aufhewahrt'2). *) Kd. A. Neubauer in Jewish Quartcrly Review VIII, 044 — 551. Vgl. meine Bemerkungen dazu ib. IX. lütf—172. ¬ד B. (}oldberg hat in המגיד V >, 2M f. diese AeusHoriing Abraham Maimüni'g in hebräischer Uebersetzung wietiergegeben שי¬ א^אשדאי־ wohl als c'-trn -יש erkannt, jedoch ohne jede Anmerkung und Krklärung gelassen und ohne Weiteres für Nathanael angesehen, weil Benjamin von Tudela zufällig von ihm diesen Titel und aus seiner Zeit, die ritueile Verschiedenheit der beiden Synagogen überliefert. Indem Kxcerpte dieser Stelle aus dem arabischen Original bei Ad. Büchler JOB. V, 421 bedarf der unübersetzt gebliebene Schluss mehrfach der Berichtigung.