Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Messiaszeit und zukünftige Welt
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 2)
- Language
- German
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Messiaszoit und zukünftige Welt. 393 zwischen jenen beiden sehr schart‘ unterschieden. Oder, was dasselbe ist, es wurde die frühere allgemeine Bestimmung: ״in der Zukunft44 (עולם הבא לעתיד לברא) später in zwei, auch dem Inhalt und Wesen nach von einander geschiedene .״Zeiträume der ״Messiastagesi und der ״zukünftigen Welt4* * zerspalten. *) R. Geiger hat namentlich den Ausspruch des Amoräers Jochanan: בל הנביאי׳ כולן לא גתגבאי אלא לירות הר,שיח אבל לעורי ב עין לא ראתה אלדיוים, sowie den ריייח Samuel'8: אין בין העולם חזה לימרת המשיח אלא שעברה מלבייה בלבד (Beraeh, 34 b und Parall.) im Auge und bezeichnet demgemäss Stellen, wie Sifre Deut. § 34, p. 741> (: בהתהלכך רגי׳ בעיה״ז בשכבך וגר׳ בשעת מיתה sprechen wird, und findet., dass man sich darunter nicht «•twa ein ״rein geistiges Leben, unmittelbar nach dem Tode dos Körpers l»oginnend“, gedacht habe, sondern dass man sie vielmehr erst nach der ״Auflobung der Todton“ und mich «lern darauffolgenden grossen Bericht verlegte: demnach auch, dass «lei- (Haube an die rk. W.“ sowohl mit dem an die ,,Messiastage1‘ (Erlösung), als auch mit dem an die Auferstehung. welche Letztere ja zugleich mit dem Erscheinen des Messias eintrete, völlig identisch war, d. 11. also, dass diese beiden Momente — Erlösung und Auferstehung — in Verbindung mit dem Oencht und mit dem seligen Lehen in dieser Zeit den Inbegriff der .,k. W.** bilden und Alles sicli auf einen und denselben grossen Zeitraum beziehe. ־— Dies ist in der That der »Standpunkt der M. und überaus zahlreicher Boraitha’s. Daher, wie Gr. selbst schon richtig ausführt, der Umstand, dass z. B. M. Sanh. X, 3: עשרת השבטים אינן עתידי; יחזור in der Bor. Sanli. 110 h mit dem Ausdruck: אין להם דדק לעוה״ב wiedergegeben wird (vgl. auch M. Sanh. ibid.: אין יוזם חיק רעוה״ב ואין עומדין בדין mit Tos. Sanli. C. XIII: אין להם חיק דעוה"ב ואין חיין דעוה"ב und Bor. jer. Sanh. 29 hc: אין יה: חיק רעוה"ב ואינן רואי; לעתיד לבוא), dass ferner ,,diese Welt“ (עולם הזה) in gleicher Weise den ,,Messiastagen“ und der ,,kommenden Welt“ entgegengesetzt wird (z. B. Poa I, 1 und Beraeh. 1,5), wie auch, dass die Liturgie (Beraeh. ib. und V, 2) nur von der Messiaszoit, bez. von der Auferstehung spricht, eben weil Beide mit der ״zukünftigen Welt“ zusammenfallon, ui.d die Letztere darum nicht besonders erwähnt zu werden braucht. — Seltsam erscheint, uns daher Beraeh. I, 5 der Text des jerusalemischen Talmud: כל ימי חייך העוה״ב להביא את ימות חמשיח, welcher jedoch, da auch Mech. (Bo C. 16, p. 24) und Sifrö (liee § 130, p. 101 a) mit unserem Misehnatext (בי ימי חייך להביא לימוח המשיח) übereinstimmen, gewiss nicht der ursprüngliche sein kann. *) Z. B. Sifre Deut. § 352p. 145 b: ובין כתיפיו שכן בנוי ומשוכלל לעתיד '1בא (dafür später auch: לעוה״ב), verglichen mit Sebach. 118b: כתנאי . . . ובין כתיפיו שכן אלו ימות המשיח ת או׳ חופף עליו זה העוה״ז כל היום אלו ימות המשיח ובין כתפיו שכן זה העוה״ב (cf. Jalkut z. St., dasselbe, nur anstatt ר׳ או׳ hier: ד״א). — Dass der Tempel, nach der letzteren Ansicht, einmal in den ״Tagen des Messias“ und dann wieder in der ״zukünftigen Welt“ auferbaut sein würde, das braucht zunächst noch nicht zu bedeuten, dass er inzwischen wieder fallen muss, sondern nur, dass er erst in der ״zukünftigen Welt“ in vollster Herrlichkeit dastehen werde. —