Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 3)
- Language
- German
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.378 Besprechungen. vorheriges und nachherigs Begiessen des Gliedes mit 3°/0iger 0. empfohlen wird (S. 31). Unseres Erachtens aber ist bei der Beschneidung überhaupt nicht die anti-, sondern nur die aseptische Methode am Platze, wie ja auch einer der grössten und beschäftigsten Operateure in Edinbürg das sogenannte Listersche Verfahren (S. 23) vollständig verwirft und dem Entdecker der Gefahren des Luftzutritts, Suerin, folgend, nur abgekochtes Wasser u. reine Wundwatte verwendet. Sterilisirtes Collodmm ist daher dem Jodoform-Coli. (N. 10) vorzuziehen. Die folgende dritte geschichtliche Abhandlung (S. 44—238), die die Entwickelung u. Bedeutung der Beschneidung von den ältesten Zeiten bis ans Ende des Mittelalters schildert, mit ihren vielen Widersprächen mag einem Theologen zur Kritik überlassen bleiben. Der ״Brauch“ soll nach der Darsteilung des Verf. schon im Heidenthum gewurzelt• haben; nun denke man: Selbstpeinigungen, Verstümmelung selbst des Kopfhaares werden als heidnisch verboten, während die für Abraham doch gewiss recht schmerzhafte Operation im Gegensatz dazu als echt mosaische Institution ins Gesetz aufgenommen wurde! Weshalb Frauen nicht der Beschneidung unterliegen, kann Verf. aus dem fg. Abschnitt nicht ersehen etc. etc. Hieran schliesst sich 4. ein Wiederabdruck von M. Steinschneiders Abh. ״Die Beschneidung der Araber n. Muhammedaner. Sendschreiben an Gideon Brecher“ (239—269), worin hervorgehoben wird, dass i. A. die Art der Beschneidung (Periah) geschichtlich noch weiter zu untersuchen ist iS. 263 f). Bemerkenswerth ist, dass bei der gewöhnlich rohen Art der Beschneidung der Araber etc. nichts von üblen Zufällen erwähnt wird. Aus anderen Berichten ist indess zu ersehen, dass allerdings nicht selten traurige Folgen beobachtet worden sind. Es folgen als IV (V? vgl. S. 289!) Abschnitt ״Talmudisches“ (S. 270—336) u. endlich zum Schluss: ״die Beschneidung in der neueren Zeit“ (S. 337 ff.). Es ist nicht recht einzusehen, weshalb diese beiden Theile von dem historischen (III), mit dem sie sowohl den Hrsgbr. als den Verf. theilen, getrennt sind. Ebenso wirkt die besondere Paginierung der Rawitzkischen Arbeit äusserst störend; vielleicht hat jedoch hier den Herausgeber das richtige Motiv geleitet, dass dieselbe eigentlieh in einen Anhang gehört hätte. Als fühlbaren äusserlichen Mangel müssen wir auch das Fehlen eines (S. ausdrücklich versprochenen) Inhaltsverzeichnisses und eines RegistersJliervorheben. Im einzelnen können wir es uns nicht versagen, auf die herrliche Erklärung von II. M. 4, 25 wie auch auf manche schöne Stelle im talmudischen Theil zu verweisen. Das Ziel der Herren Verf. ist jedenfalls bei der allgemeinen Geistesrichtung unserer Zeit ein höchst verdienstliches. Grottkau. Kgl. Kreisphysikus Dr. Kornfeld. Dr. med. 1!. Katzenelson, die normale und pathologische Anatomie des Talmud. Ins Deutsche übersetzt von N. Hirschberg aus Libau. [Aus Kobert, Historische Studien, Bd. V, 164-296.J Herr Prof. Kobert in Dorpat hat sich den Dank aller Freunde der Geschichte der Medicin dadurch erworben, dass er diese treffliche Arbeit ins Deutsche übersetzen liess und in die sonst nur den Arbeiten des pharmakologischen Institutes zu Dorpat gewidmeten Studien aufnahm.