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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 8 · p. Seite 377

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 8
Article
[Rezension]
Date
1897-01-01
Page
Seite 377 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 377 schneidung, die mich der Thora bekanntlich dem Abraham als 1.1 lindes- Zeichen anbefohlen worden ist. habe schon bei den Briestein Aegyptens (als Auszeichnung) und bei verschiedenen wilden Völkern (als?) vorher existirt- (8. V f.), steht genau aut'demselben Boden, wie jene allgemeinere, dass Moses seine Vorschriften, deren principielleu Gegensatz zu den Gebräuchen Aegyptens er so oft betont, diesen entlehnt habe Warum gerade Moses? Warum nicht schon .loseph? Warum konnte nicht Ualci), der nach I. Chron, 4, IS (,’gl. Sanh. ID b) die Tochter l'haraos heimführt•.:, diese Sitte vorhreitet. haben? Merkwürdig ist, dass keiner der Weisen im Talmud auch nur eine Andeutung, einen Zweifel darüber laut werden lässt, ob zur Zeit Abr.'s andere beschnitten waren. Denn dass Melchisedek ei 11 Götzendiener 1!*riester des Saturn) war, dass dieser Abraham als Priester verehrt«‘ (4׳ HO, 4) hat Bef. anderweitig, wie er glaubt, unzweifelhaft: nachgewiesen. — Gründlich sind die Angaben über die krankhaften Erscheinungen, die durch die Vorhaut erzeugt werden können (s. XXII— XXX)1); doch dürften die ersten 8 (S. XXII —XXI), abgesehen von denen, die von angeborener abnormer Beschaffenheit hernihren, alle ausscheiden, da sie auf man״ gelnder Beinlichkeit, und vor allem auf unreinem Gesehlechtsgeriuss be-. ruhen. Abraham dürfte sich allerdings wegen hygienischer Gründe in seinem hundertsten Lebensjahre wohl kaum haben zu beschneiden brauchen, und ist ja auch nicht, wie Verf. (S. XIX) über Ludwig XV] berichtet, wegen Mangels an Nachkommenschaft׳ zu dieser Operation ärztlich aufzufordern gewesen. Ms bleibt also nur die vom Verf. in dankenswerther Weis«: nuseinandergusetzte Disposition zu ihnen übrig. In der zweiten Abhandlung stellen I>r. A. Kehlberg u Dr. L. Löwe ״die rituelle Circumeision vom medicinischen Standpunkt aus“ dar (S. 1 — 40). Das Studium dieses Theiles kann, da nach der Anordnung unserer Weisen jeder Gelehrte «las Schreiben, Schlachten und Beschneiden wohl verstoheu soll (Chull.ba), unsoren Rabbinern nicht dringend genug empfohlen werden; dies bezieht sich jedoch nur auf die Kenntnis« der Sache, nicht auf «lie Annahme alles «larin Vorordneten. Unserer Meinung nach wird ein geübter Mohel unvergleichlich geeigneter zur Vornahme der Operation sein, als die allermeisten Aerzto, die, bis jetzt wenigstens, in ho viei«*n Gegenden höchst selten einmal die Beaclinoidung auszuführen Gelegenheit haben. Aber geprüft müsste der Mohel allerdings sein (S.HÜdj , und zwar in erster Linie vom Rabbiner; dieser hat ihn auf (»rund eines Befähigung«- Zeugnisses seitens einer von ihm anerkannten medieinischen Autorität «lie Approbation als Mohel zu ertheileu. Bezüglich der Art der Operation hätten wir zu dem grossen 14 Nr. enthaltenden Instrumentarium (S. HOfA manches zu bemerken, begnügen uns aber zu erwähnen, «lass eine geknöpfte Sonde durchaus wünschenswcrth ist. um zu entscheiden, ob es sich um eine leicht oder schwerlöslicho Anhaftung der Vorhaut au die Michel handelt. Sehr gut ist, dass (Nr. D) Carl>01 vvatte durch Salicylwatte ersetzt ist, und «lass Crtrbollösuug ganz fehlt G. obgleich ״) Minen Fall von Veitstanz durch angeborene Phimose hat lief, selbst in seiner Praxis beobachtet. ף Ref. kennt 2 Fälle von Braadigwerden des Gliedes und einen eines Fingers bei einem Neugeborenen nach Kiuwickelung in Mäppchen mit schwacher Carboilösung, die sänuntlich tödtlich verliefen. Dass .nach solchen auch bei Erwachsenen Finger brandig werden können, oder amputirt worden müssen, findet sich in den med. Zeitschr. mehrmals i llustrirt.

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