Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 8 · p. Seite 367

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 8
Article
Zu R. Jakob Emdens Selbstbiographie
Date
1897-01-01
Page
Seite 367 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829696-2829705-2880659--27873-2880705
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zu H. .Jakob Emdens Selbsthiographio. 367 An vorübergehenden Beziehungen zur Familie des mit den Posing oder Hirschei mehrfach verschwägerten polnischen Residenten Bärnmnn Lewi in llalberstadt — war doch Mordecliai Rösing sein eigener Schwiegersohn und sein Bruder Herz Lehmann an Mordechai’s Sehwester, die ׳rechter Lazarus llirsehels, verheirathet — sollte es aber Kruden doch nicht fehlen. Er hatte schon, als er mit seinem Vater nach Polen auswanderte, die Gastfreundschaft des allen Dürftigen und Kundigen allezeit offen stellenden Hauses des weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, bekannten Mäecns von Halberstadt genossen1). Audi bei seinen Kindern in Hannover, bei Barmanns Schwiegersöhne Isak Behrens und dessen Bruder Gunipert, hatte Emden auf der!{eise durch Deutschland, auf der ihm die so wenig für ihn geeignete Aufgabe geworden war, den unverkauften Rest der Responsensammlung seines Vaters zu Geld zu machen, die freundlichste Aufnahme gefunden; aber die Hunde des Unglücks, wie die Griechen sagten, waren bereits in das Haus gelaufen, dessen letzten Sonnenstrahl es noch Enulcn vor jenem t April 1721 zu gemessen vergönnt war, an dem dieses Brüderpaar bei einer lleise aufgehoben wurde, um nach masslosen Torturen verarmt und vor der Zeit gebrochen erst nach einigen Jahren der Freiheit wiedergegeben zu werden2). Aber Emden ist objeetiv genug, die Brüder nicht ganz von der Schuh! an ihrem Unglück freizuspreclien; Grossmannssucht und Leichtlehigkeit ist es, die er den Sühnen des hannoverschen Resideuten Liepmann Cohen, den Sehwägern R. David Oppenheims, in ungeschminkter Weise zum Vorwurf macht. Von Serchen Behrens, die Emden, noch halb ein Kind, bei der Uebersiedelung des Vaters von Amsterdam nach Polen, in Hannover kennen gelernt hatte, schweigt er bei seinem späteren Besuche der Stadt, die er durch den Zusannnenbruch des gastlichen Hauses, das ihn aufgenommen machenden katholischen Geistlichen erklärt «ich durch die Berichte Abraham Lewes aus Horn in Lippe-Detmold (Israelit. Letterbode X, 158). D מגלת ספר, p. 88. Für בגימן ist. offenbar ein VerNchroibnel Kmden's, ברמן zu lesen. וצ lb. 75 f. Für ר״א wird im Iudex, p. 21ä ר׳ »יצק zu setzen sein. Vgl. Kaufmann, Samson Wortheimor, p. 86, n. 2. Die Gefangenuehmuug von Rumpel und Isak.Behrens fand am 1. April statt Jost» Bemerkung, Jahrbuch für die Geschichte der Israeliten II, 52, ist irrig, da der Kalender das Datum bestätigt. Die von königlicher Pracht hegleitete Familienfeier, die Emden im Hause des Isak Behrens mitmachte, war das Beschneidungsfest (סעודת ברית) seines Sohnes Jo$l Loeb, 8. ib. 52.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.