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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 7 · p. Seite 334

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1897-01-01
Page
Seite 334 (sequence 2)
Language
German
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3.44 Besprechungen. der neuen Darstellung eine wirkliche Lebensbeschreibung Emdens möglich sein, die hei seinem von der Parteien Gunst uud Hasse erhobenen oder herabgesetzten Uharakterbilde dringend wünschenswertl! ist. .Mag auch bei einer im Können wie im Wollen so soll raukenlosen, tief leidenschaftlichen Natur wie der seinen selbst den eigenen Angäbe*1 gegenüber auch fernerhin Kritik geboten sein, so ist doch in ihnen eine unschätzbare Grundlage gewonnen, auf der fortan leichter .sich wird bauen lassen. Schon die ausserordentliche Seltenheit autobiographischer Versuche in der so vorwiegend unpersönlichen jüdischen Litteratur leiht unserem Huche hervorragende Bedeutung. Nimmt man noch hinzu, dass dariu ein Beherrscher der jüdischen Litteratur, dem in •seiner Zeit nur R. 011. .1. D. Asulai an die Seite zu setzen ist, der streitbarste, unerbittlichste, verfolgungseifrigste Kämpe, der Hammer der Neusabbatianer, der allgegenwärtige Krspürer und Vertilger der wildernden Kabbala, zu Worte kommt, so erscheint uns in dem neuen Huche eine der kostbarsten Hereicherungen. die unsere Geschichtskunde in der neuen Zeit erfahren hat. Wenn aber selbst nichts weiter uns dariu zu Th eil geworden wäre als die von der reinsten kindlichen Liebe und Verehrung durchwehte Darstellung, die Kmdeu von dem heben seines Vaters 10 Zebi Aschkemisi uns liefert (p. 8— 54). unsere Litteratur wäre dem Huche für eine Perle vou hellstem Scheiue verpflichtetgewesen. Nirgends strömt es Kmden beredter von der Lippe, nirgends nimmt seine Sprache höheren Schwung als da, wo es das Idealbild des Vaters zu zeichnen gilt. Aber dieser Kunst des Idealisirens stellt eine Schärfe im Verkleinern uud Zergliedern, eine Freude am Viviseciren gegenüber, die fast wähllos ihre Opfer fordert. Mau muss die unerbittliche Wahrheitsliebe des Mannes zu Hülfe rufen, die selbst die Nächsten nicht verschont — vgl. p. 151 über seine erste Frau — und sich stets wie vor dem Forum der Geschichte zur rücksichtslosesten Zeugnissabloguug aufgerufen fühlt, 11m einen Abschnitt entschuldbar zu finden wie den, der auf p. 122- 40 eine wahre Maceriruug 10 Jecheskel Katzenellenbogens 1). des Rabbiners der Dreigemeindeu, enthält. Die Ausfälle gegen R. Jonathan Eibeschützer erscheinen nach dem, was wir sonst aus Eimlens'Schriften über diesen seinen intimsten Gegner zu hören gewohnt sind, vergleichsweise zahm. Um nur an einem eiuzigen Beispiel den Werth der neuen Angaben zu kennzeichnen, sei hier auf p. 45, 11 hingewiesen, wo wir zum ersten Male erfahren, dass 10 Zebi Aschkenasi kaum drei Monate dem Rabbinate von Lemberg vorgestanden hatte, als ihn ein vorzeitiger Tod abrief. Selbst Uh. N. Dembitzer (נרידיד. יופי I, ק) lässt den seltenen Mann vier Jahre lang, von 1714—18, in Lemberg als Rabbiner wirken, eine Angabe, die seitdem von Caro, Geschichte der Juden in Lemberg, p. 127 f. und Bubet, אגשי שס, p. 188 wie eine sicher überlieferte Thatsache wiederholt wurde. Aber so viel wir auch aus der neuen Gabe lernen können, so ist sie doch noch durchaus auf die Erläuterung aus dem der Forschung bereits Bekannten angewiesen. Die leidenschaftliche Hast, die den Schreiber bewegte, hat auch in dieser Schrift ihre Spuren hinterlassen, Für K. Jakob Eiudeu ist die Abbreviatur mehr als ein Behelf, sie wird eiu Symbol, ein Charakteristikon. Er kürzt Alles ab, Begriffe und Worte, Wendungen und, was das Schlimmste ist, auch Eigennamen. M Vgl. jedoch die gemässigteren und selbst sympathisch klingenden Aeusaerungen Emdens über ihn in עדות ביעקב f. 10 b. 40 b.

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