Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Schemaja, der Schüler und Secretär Raschi's
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 2)
- Language
- German
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Schemaja, der Schüler und Secretär Kasein*. 297 Es ist gerade so wie die ihm ähnlichen Schriften eine Compilation, welche die Gebräuche der drei Stiidte Speier, Worms und Mainz (עו״ם*), Entscheidungen und ltesponsen der dortigen Lehrer, auch die Gebräuche und Kesponsen Kasehfs enthält. Seine Hauptquellen sind: eine Schrift des Menachem b. Macliir und diejenige Schemaja’s. Dass unser Buch und die ihm ähnlichen Compilationen aus heterogenen Elementen bestehen, ist aus den verschiedenen welche schon in der Handschrift enthalten waren, wie die Abhandlung Ibn Plat’s über die Benedictionen und mauches andere, fügte der Herausgeber dem Werke Auszüge aus dem שפד האודה, welches ihm in einer schwer leserlichen Handschrift vorlag. hinzu (s. dessen Vorrede). Was er in der Handschrift des 2' האורה lesen konnte, reihete er dem Pardes bei inhaltlich verwandten Stellen ein. Die Auszüge aus פ' האודה machte der Herausgeber durch die Aufschrift פס׳ האודה, und die Nachschrift עד כאן מש' האורה kenntlich. Dabei änderte er zuweilen die ursprüngliche An- Ordnung des Pardes. So sagt er S. 15c (ed. Coust.): שימה (l, מתהילת (מ החידה ואין לשין שתי עיכות וכו' ועד כאן יהוא מש' הפרדס ומכאן ואילך הוא מש׳ האורה. Der Herausgeber will damit sagen, dass in der Handschrift hier der Absatz ואץ לשין folgt, während er in der Edition früher (folio 13 d) gebracht wird, dass wir bis hierher das Sefer ha-Pardes vor uns haben, und dass die folget de Stelle schon dem כ׳ האורה angehört. Gross (Mag. X, 83 und Gallia 228) übersieht dies, und glaubt, dass ועד כאן מש' הפרדס die Worte des Verfassers seien, vgl. ed. Warschau, N. 132, — Die zweite Edition ist die Warschauer vom Jahre 1870 mit veränderter Anordnung des Stoffes und Numerierung der Absätze von 1—313. Am Schlüsse sind die לקומים abgedruckt, welche in der Coust. Edition folio 22 c—24 c stehen. Aus Versehen und aus Rücksicht auf die Censur hat der Warschauer Druck einige Stellen ausgelassen, und zwar: ed. Coust. 7a אור שי כבשן bis 18;שמחזירין על המצות b והגעילוס מעצמן bis 23; ונממתס בה d איהה שאילה bis 24;הדי הן ’בכשרותן c דיני דרביגו האיי גאון bis דיגי דגדמא : ibid. ועוד מציגו bis 25;גומל משלשb וששאלתם מי שגחשד bis 20;בין בשבועה מיד a וששאלתם משומד bis על משומד. Man darf daher die Warschauer Edition nur mit Vorsicht benützen. — Unser Pardes ist gekürzt; Zunz bringt aus einem handschriftlichen Pardes Dinge, welche in dem unserigen fehlen, s. Litg. HX), Anm. 0 u. 10, auch S. 234, Anm. 4. Auch manche Citate aus dem Pardes bei älteren Autoren vermissen wir in der Edition, s. Schihbole N. 15 u. 280; Mordechai, Ende Berachot und Ketubbot N. 285; Hag. Maimuniot סדר התפלה, N. 6. Dasselbe ist auch aus dem Buche לקומי פרדס ersichtlich. Es enthält ausser den Zusätzen der Compiiatoreu aus späteren Werken, auch ältere Stücke, welche aus dem Sefer ha-Pardes zu!Hessen scheinen, welches ihnen vorlag. So z. B. folio 12 c (ed. Amsterdam) ... בן רביגו יצחק שס ספי קטן; dies finde ich nicht im Pardes, Wohl aber in der Handschrift, von der weiter unten die Rede sein wird; 22 b ... מגין שאומר.הלל, bringt Schibb. N. 172 mit ומצאתי לגאונים. Aus folio 16 c ist ersichtlich, dass die Compilatoren zwei Versionen des Pardes vor sich hatten. Asulai (8. v. פרדס) schreibt: ויש בידי ס' על קלף כ״י ובו שב״ו סימנים מדינים והלכות מרש"• ואומרים שהוא ספר הפרדס. Eine Handschrift .des Pardes besitzt die Pariser Bibliothek Cod. 387a. Cod. Merzbacher 45 ist nicht לקוטי פרדס, wie Rabbinowitz irrthümlich angiebt, sondern das S. ha-Pardes selber, wie aus den im Kataloge gegebenen Proben zu ersehen ist.