Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine bisher unbekannte dem Bachja Ibn Pakuda zugeeignete Schrift
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 16)
- Language
- German
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£45(3 Eine bisher unbekannte dem JBachja Ibu l’akuda zugeeignete Schrift. Es ־wäre nämlich mit der Weisheit Gottes unvereinbar, das, was er aufgebaut hat, niederzureissen, ohne es in anderer, besserer Weise ־wieder herzustellen. Nicht einmal eine Wiederherstellung des Dinges in seinem früheren Zustande würde genügen, weil dann das Xiederreissen zwecklos gewesen wäre. Wenn also Gott den Mensehen dem Tode verfallen lässt, so kann dies nur zu dem Zwecke geschehen, um ihn in einem anderen, besseren Leben wieder erwachen zu lassen. Es ist dies mit dem Verfahren eines Saitenspielers zu vergleichen, der, nachdem er die eine Aufgabe erfüllt hat, die Saiten löst, um sie dann wieder in anderer, einer neuen Aufgabe entsprechenden Weise zu spannen. Wie das ausgestreute Saatkörn zerstört wird, dass aus ihm etwas Schöneres und Herr- Höheres erblühe, so wird auch unser irdischer Leib zerstört, damit wir in einer anderen, den Engeln gleich leuchtenden, geistigen Gestalt Wiedererstehen1). Die vorzüglichste Seele ist diejenige, die im Erdenleben sich ihre ursprüngliche Keinheit bewahrt und sich noch dazu alles dasjenige angeeignet hat, was zu ihrer Fortexistenz beiträgt, nämlich die rechten Erkenntnisse und guten Werke2). Durch die Erkenntnis« tritt die Seele mit Gott in Verbindung, durch die guten Werke oder die Erfüllung der göttlichen Gebote wird sie geläutert und gelangt nach dem Tode zu einem höheren Zustand, in dem sie, frei von allen irdischen Bedürfnissen, das Licht Gottes schaut und sich an dessen Herrlichkeit erfreut3). Die Seelen derjenigen aber, die der rechten Erkenntniss entbehren und sich hinieden nur durch gute Werke ausgezeichnet haben,, kommen nach dem Tode erst in das irdische Gan-Eden, das von dem wahren Gan-Eden verschieden ist, und bleiben dort so lange, bis sib sich die im Erdenleben eingebüsste Erkenntniss wieder angeeignet haben, um dann in das obere Gan-Eden zu den Engeln versetzt zu werden4־). י) S. 29 fg. *) S. 88. Vgl. Gabirol, Fons vitae (ed. Baeuiuker), S. 4; Guttmannr Gabirol, 8. 67. #) S. 32. *) S. 88.